Lebensmittel & Ernährung

Ausbildung als Winzer/in

Du arbeitest im Weinberg und im Keller: Reben pflegen, lesen, keltern und den Wein bis zur Flasche begleiten.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.066 €
Vergütung 3. Jahr
1.197 €
Abschluss bei
Landwirtschaftskammer

Das machst du in der Ausbildung

  • Reben schneiden, pflegen und Pflanzenschutz ausbringen
  • Trauben lesen und verarbeiten
  • Most vergären und Weine ausbauen
  • Weine filtrieren, abfüllen und etikettieren
  • Kunden beraten und Weine präsentieren

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Winzer/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.066 € / Monat

entspricht 12.792 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.122 € / Monat

entspricht 13.464 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.197 € / Monat

entspricht 14.364 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

40.620 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.400–3.000 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Winzer/in?

Dein Arbeitsjahr richtet sich nach dem Weinberg: Im Winter und Frühjahr schneidest du die Reben, pflegst die Anlagen und bringst bei Bedarf Pflanzenschutzmittel aus, um die Trauben gesund zu halten. Im Herbst steht die Lese an, per Hand oder mit der Maschine, ein arbeitsintensiver Höhepunkt des Jahres, bei dem oft alle im Betrieb mit anpacken. Im Keller verarbeitest du die geernteten Trauben weiter: Der Most vergärt unter deiner Kontrolle, und du baust die Weine über Wochen oder Monate aus, bis sie den gewünschten Charakter haben. Am Ende filtrierst und füllst du die Weine ab und etikettierst sie. Weil viele Weingüter direkt verkaufen, gehört auch die Kundenberatung dazu, etwa bei einer Weinprobe in der Vinothek.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, praktisch im Weinberg, im Weinkeller und in der Vinothek, theoretisch in der Berufsschule. Im ersten Jahr lernst du grundlegende Arbeiten im Weinberg, etwa Rebschnitt und Pflanzenschutz, und erste Schritte der Traubenverarbeitung. Im zweiten Jahr kommen Kellerwirtschaft und die Grundlagen der Weinbereitung dazu, im dritten Jahr vertiefst du Ausbau, Abfüllung und Qualitätsbeurteilung und bereitest dich auf die Abschlussprüfung vor der Landwirtschaftskammer vor. Eine Zwischenprüfung findet vorher statt und zeigt, wo du fachlich stehst.

Passt der Beruf zu dir?

Naturverbundenheit ist hilfreich, weil du das ganze Jahr über eng mit Wetter, Boden und Pflanzen arbeitest. Ausdauer brauchst du besonders während der Lese, wenn körperliche Arbeit über mehrere Wochen zum Alltag gehört. Ein guter Geschmackssinn hilft dir, die Qualität von Trauben und Wein einzuschätzen, und technisches Verständnis ist gefragt, wenn du Kellertechnik wie Pressen oder Gärtanks bedienst. Ehrlich dazu gehört: Die Arbeit im Weinberg findet bei jedem Wetter statt, und die Erntezeit im Herbst bringt lange, körperlich anstrengende Tage mit sich.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.066 Euro im 1. Lehrjahr, 1.122 Euro im 2. Lehrjahr und 1.197 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung liegt der Einstieg meist zwischen 2400 und 3000 Euro brutto im Monat, häufig auf einem Weingut oder in einer Kellerei. Mit der Meisterprüfung kannst du selbst ausbilden oder später einen eigenen Betrieb führen. Als Techniker für Weinbau vertiefst du dein Fachwissen, und mit einem Studium der Weinbau- und Getränketechnologie oder Önologie kannst du in Richtung Kellermeister oder Qualitätsmanagement gehen.

Gut zu wissen

Wer aus einer Winzerfamilie kommt, hat oft einen direkten Weg in den Betrieb, aber auch ohne familiären Hintergrund gibt es genug Weingüter, die ausbilden. Der Beruf verbindet Landwirtschaft mit Handwerk und einem Produkt, dessen Qualität man am Ende buchstäblich schmecken kann.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Naturverbundenheit
  • • Ausdauer
  • • Geschmackssinn
  • • technisches Verständnis

Wichtige Schulfächer

  • • Biologie
  • • Chemie
  • • Mathematik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Weinberg
  • Weinkeller
  • Vinothek

Nach der Ausbildung

  • Winzermeister/in
  • Techniker/in Weinbau
  • Studium Weinbau und Önologie

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Winzer/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Winzer/in?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.066 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.197 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 40.620 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Biologie, Chemie und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem Naturverbundenheit, Ausdauer, Geschmackssinn und technisches Verständnis.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Winzermeister/in, Techniker/in Weinbau oder Studium Weinbau und Önologie. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.400 und 3.000 Euro brutto im Monat.

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