Lebensmittel & Ernährung

Ausbildung als Fleischer/in

Du zerlegst Fleisch, stellst Wurst und Feinkost her und kennst jeden Teilschnitt und seine Verwendung.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.031 €
Vergütung 3. Jahr
1.276 €
Abschluss bei
HWK

Das machst du in der Ausbildung

  • Tierhälften zerlegen und Fleisch zuschneiden
  • Wurst- und Schinkenspezialitäten herstellen
  • Fleischerzeugnisse räuchern und reifen lassen
  • Feinkost und Partyservice zubereiten
  • Hygiene- und Kühlvorschriften umsetzen

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Fleischer/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.031 € / Monat

entspricht 12.372 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.138 € / Monat

entspricht 13.656 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.276 € / Monat

entspricht 15.312 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

41.340 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.400–3.000 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Fleischer/in?

Am frühen Morgen kommt in der Fleischerei die Ware an, und du beginnst damit, Tierhälften fachgerecht zu zerlegen. Du kennst jeden Teilschnitt und weißt, wofür er sich eignet – ob Braten, Schnitzel oder Gulasch. Aus einem Teil des Fleisches stellst du Wurst her: Du würzt, füllst in Därme ab und lässt die Wurst räuchern oder reifen, je nach Sorte. Auch Schinken wird bei dir hergestellt, oft nach traditionellen Rezepturen, die über Wochen Zeit brauchen. Neben klassischen Fleisch- und Wurstwaren bereitest du Feinkost und Partyplatten zu, etwa für Kundinnen und Kunden, die eine Feier ausrichten. Weil du mit einem verderblichen Lebensmittel arbeitest, sind Hygiene- und Kühlvorschriften kein Beiwerk, sondern fester Bestandteil jedes Arbeitsschritts – vom sauberen Arbeitsplatz bis zur richtigen Lagertemperatur.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und ist dual aufgebaut, im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen der Fleischverarbeitung, den Umgang mit Messern und Maschinen sowie Hygienevorschriften. Im zweiten Jahr kommen die Herstellung von Wurst- und Schinkenspezialitäten sowie erste eigenständige Zerlegearbeiten dazu. Im dritten Jahr übernimmst du zunehmend komplexere Aufgaben, etwa die Zubereitung von Feinkost oder die Betreuung größerer Bestellungen, und bereitest dich auf die Gesellenprüfung vor. Nach etwa der Hälfte der Ausbildung steht eine Zwischenprüfung an, mit der der bisherige Lernstand überprüft wird.

Passt der Beruf zu dir?

Handwerkliches Geschick ist entscheidend, denn präzises Zerlegen und Zuschneiden erfordert Übung und ein sicheres Gefühl für den Umgang mit scharfen Messern. Der Beruf ist körperlich fordernd: Du stehst viele Stunden, hebst schwere Fleischstücke und arbeitest oft in kühlen Räumen – körperliche Fitness ist deshalb wichtig. Sorgfalt und ein ausgeprägtes Hygienebewusstsein sind unverzichtbar, weil du mit einem sensiblen Lebensmittel arbeitest, bei dem Fehler schnell zu Verderb oder Gesundheitsrisiken führen können. Wer Berührungsängste mit rohem Fleisch hat oder sich vor Kälte und körperlicher Arbeit scheut, wird in diesem Beruf wenig Freude finden.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.031 Euro im 1. Lehrjahr, 1.138 Euro im 2. Lehrjahr und 1.276 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen etwa 2.400 und 3.000 Euro brutto im Monat, abhängig von Betrieb und Region. Fleischer/innen werden gesucht, unter anderem weil sich viele traditionelle Handwerksbetriebe über Nachwuchs freuen. Mit der Meisterprüfung kannst du einen eigenen Betrieb führen oder selbst ausbilden. Wer sich stärker für Produktion und Technik interessiert, kann eine Weiterbildung zum/zur Lebensmitteltechniker/in machen, wer später betriebswirtschaftliche Aufgaben übernehmen möchte, eine Weiterbildung zum/zur Betriebswirt/in im Handwerk.

Gut zu wissen

Die Arbeit beginnt oft sehr früh am Morgen, teils schon vor sechs Uhr, und findet in kühlen bis kalten Räumen statt, damit das Fleisch nicht verdirbt. Auch Wochenendarbeit kommt vor, etwa wenn ein Fleischereiladen samstags geöffnet hat. Wer diese Rahmenbedingungen kennt und mag, findet in diesem Handwerk einen Beruf mit direktem Bezug zum Lebensmittel und viel praktischem Können.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • handwerkliches Geschick
  • • körperliche Fitness
  • • Sorgfalt
  • • Hygienebewusstsein

Wichtige Schulfächer

  • • Biologie
  • • Mathematik
  • • Chemie

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Fleischerei
  • Produktionsbetrieb
  • Kühlhaus

Nach der Ausbildung

  • Fleischermeister/in
  • Lebensmitteltechniker/in
  • Betriebswirt/in im Handwerk

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Fleischer/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Fleischer/in?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.031 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.276 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 41.340 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Biologie, Mathematik und Chemie. Mitbringen solltest du vor allem handwerkliches Geschick, körperliche Fitness, Sorgfalt und Hygienebewusstsein.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Fleischermeister/in, Lebensmitteltechniker/in oder Betriebswirt/in im Handwerk. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.400 und 3.000 Euro brutto im Monat.

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