Das machst du in der Ausbildung
- Maß nehmen und Abdrücke anfertigen
- Prothesen und Orthesen konstruieren und bauen
- Hilfsmittel anpassen und Patienten einweisen
- Reparaturen und Wartungen durchführen
- Mit Ärzten und Therapeuten abstimmen
Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr
So viel bekommst du als Orthopädietechnik-Mechaniker/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 9.600 € im Jahr
entspricht 10.560 € im Jahr
entspricht 11.760 € im Jahr
entspricht 12.600 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
38.220 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.600–3.200 €
Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
Was macht man als Orthopädietechnik-Mechaniker?
Für Menschen, die ein Hilfsmittel wie eine Prothese, eine Orthese oder Einlagen brauchen, fertigst du genau das passende Produkt an. Zuerst nimmst du am Patienten Maß und fertigst Abdrücke an, die als Grundlage für die spätere Konstruktion dienen. Anschließend konstruierst und baust du Prothesen und Orthesen, oft in enger Abstimmung mit den individuellen Körperformen. Fertige Hilfsmittel passt du direkt am Menschen an und zeigst, wie man sie richtig benutzt. Wenn etwas nicht mehr passt oder kaputt ist, reparierst und wartest du das Hilfsmittel. Deine Arbeit stimmst du regelmäßig mit Ärzten und Therapeuten ab, damit das Hilfsmittel medizinisch zum Patienten passt.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet dual statt: im Betrieb, meist einem Sanitätshaus oder einer Werkstatt, in der Berufsschule mit den Fächern Biologie, Technik und Physik. Im ersten Jahr lernst du die Grundlagen der Materialbearbeitung und einfache Hilfsmittel wie Einlagen, später kommen anspruchsvollere Prothesen und Orthesen sowie die direkte Anpassung am Patienten dazu. Nach etwa der Hälfte der Zeit steht eine Zwischenprüfung an, die Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer erfolgt gestreckt über zwei Teile. Das angefangene vierte Lehrjahr nutzt du, um komplexere Versorgungen eigenständiger zu begleiten.
Passt der Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du handwerkliches Geschick mit Einfühlungsvermögen verbinden kannst, denn du arbeitest direkt am Menschen, oft mit Patienten, die durch Krankheit oder Unfall eingeschränkt sind. Technisches Verständnis brauchst du, um mechanisch funktionierende, individuell passende Hilfsmittel zu bauen. Genauigkeit entscheidet darüber, ob eine Prothese wirklich passt und dem Patienten nicht schadet. Wenn dir der direkte, teils sehr persönliche Kontakt mit kranken oder körperlich eingeschränkten Menschen grundsätzlich schwerfällt, solltest du das vor der Bewerbung ehrlich bedenken.
Was du in der Ausbildung verdienst
Die Ausbildungsvergütung steigt über die vier Lehrjahre von etwa 800 auf 880, 980 und schließlich rund 1.050 Euro brutto im Monat. Diese Werte sind Orientierungswerte, die tatsächliche Höhe hängt von Tarifbindung, Betriebsgröße und Bundesland ab, mindestens gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg zwischen etwa 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.
Nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung arbeitest du in Sanitätshäusern, orthopädietechnischen Werkstätten oder in Kliniken. Mit der Meisterprüfung kannst du einen eigenen Betrieb führen oder ausbilden. Als Techniker oder Technikerin für Medizintechnik übernimmst du breitere technische Aufgaben, wer noch weiter gehen möchte, kann Orthopädietechnik studieren und sich mit der Entwicklung neuer Hilfsmittel beschäftigen.
Gut zu wissen
Die Arbeit verbindet Werkstattarbeit mit direktem Patientenkontakt, was den Beruf abwechslungsreich, aber auch emotional fordernd macht. Manche Anpassungen finden in der Klinik statt, andere im eigenen Sanitätshaus. Wer diesen Beruf ergreift, sieht meist unmittelbar, wie ein selbst gefertigtes Hilfsmittel einem Menschen mehr Beweglichkeit oder Lebensqualität zurückgibt. Das macht den Beruf besonders sinnstiftend, verlangt aber auch, dass du mit Rückschlägen umgehen kannst, wenn eine Anpassung mehrfach nachgebessert werden muss.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • handwerkliches Geschick
- • Einfühlungsvermögen
- • technisches Verständnis
- • Genauigkeit
Wichtige Schulfächer
- • Biologie
- • Technik/Werken
- • Physik
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Sanitätshaus
- Werkstatt
- Klinik
Nach der Ausbildung
- Orthopädietechnikermeister/in
- Techniker/in Medizintechnik
- Studium Orthopädietechnik
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Orthopädietechnik-Mechaniker/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Orthopädietechnik-Mechaniker/in?
Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 800 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.050 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 38.220 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Biologie, Technik/Werken und Physik. Mitbringen solltest du vor allem handwerkliches Geschick, Einfühlungsvermögen, technisches Verständnis und Genauigkeit.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Orthopädietechnikermeister/in, Techniker/in Medizintechnik oder Studium Orthopädietechnik. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.