Das machst du in der Ausbildung
- Hörtests durchführen und auswerten
- Ohrabdrücke nehmen und Otoplastiken fertigen
- Hörsysteme auswählen und feinanpassen
- Kunden schulen und nachbetreuen
- Geräte warten und reparieren
Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr
So viel bekommst du als Hörakustiker/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 9.600 € im Jahr
entspricht 10.560 € im Jahr
entspricht 11.760 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
31.920 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.700–3.400 €
Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
Was macht man als Hörakustiker?
Eine ältere Kundin klagt, dass sie in Gesprächen immer öfter nachfragen muss, ein Jugendlicher braucht nach einem Hörsturz eine Beratung: Du führst zuerst einen Hörtest durch, findest heraus, wie stark und in welchen Frequenzen das Hörvermögen eingeschränkt ist, und leitest daraus ab, welches Hörsystem infrage kommt. Für den perfekten Sitz nimmst du einen Ohrabdruck und fertigst daraus in der Werkstatt eine individuelle Otoplastik. Ist das Hörsystem angepasst, stellst du es in mehreren Feinanpassungsterminen so ein, dass Sprache klar und Umgebungsgeräusche nicht störend laut sind. Du zeigt Kunden, wie sie das Gerät bedienen, reinigen und pflegen, und begleitest sie danach über Jahre bei Nachjustierungen, Batteriewechseln oder kleinen Reparaturen. Weil Hörsysteme empfindliche Technik enthalten, gehören auch Wartung und Reparatur in der Werkstatt fest zum Alltag.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft dual, also im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen der Hörakustik, den Aufbau des Ohrs und einfache Kundengespräche. Im zweiten Jahr kommen Hörmessungen und die Herstellung von Otoplastiken in der Werkstatt dazu, im dritten Jahr übernimmst du zunehmend eigenständig Anpassungstermine unter Aufsicht, vertiefst die Feinanpassung komplexer Hörsysteme und bereitest dich auf die Abschlussprüfung vor, der eine Zwischenprüfung im Ausbildungsverlauf vorausgeht. Physik und Biologie aus der Berufsschule brauchst du direkt für das Verständnis von Schall und Hörphysiologie.
Passt der Beruf zu dir?
Feingefühl ist zentral, weil du mit empfindlicher Technik direkt am und im Ohr arbeitest und kleinste Anpassungen den Höreindruck spürbar verändern. Beratungsfreude hilft dir, weil viele Kunden erst einmal skeptisch sind, ob sie überhaupt ein Hörsystem brauchen, und du sie behutsam durch den Prozess begleitest. Technisches Verständnis brauchst du, um moderne, oft app-gesteuerte Hörsysteme einzustellen und bei Problemen zu diagnostizieren. Geduld ist wichtig, weil eine gute Anpassung selten beim ersten Termin gelingt und mehrere Nachjustierungen normal sind. Wer feinmotorisch nicht gerne mit kleinen Bauteilen hantiert, wird die Werkstattarbeit als anstrengend empfinden.
Was du in der Ausbildung verdienst
Als Orientierungswerte gilt im ersten Lehrjahr etwa 800 Euro brutto im Monat, im zweiten rund 880 Euro und im dritten etwa 980 Euro. Die tatsächliche Höhe hängt von Tarifbindung, Betriebsgröße, Region und Bundesland ab, weshalb diese Werte nur eine Orientierung geben. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung darf dabei nicht unterschritten werden.
Nach der Ausbildung
Nach dem Abschluss liegt der Einstieg orientierungsweise zwischen 2700 und 3400 Euro brutto im Monat, abhängig von Betrieb und Region. Mit Berufserfahrung kannst du dich zum Hörakustikermeister oder zur Hörakustikermeisterin weiterbilden und damit auch selbst ausbilden oder einen Betrieb leiten. Wer sich auf die Versorgung von Kindern spezialisieren möchte, kann eine Weiterbildung zum Pädakustiker oder zur Pädakustikerin anschließen. Ein Studium der Hörtechnik ist eine weitere Möglichkeit, etwa in Richtung Entwicklung oder Forschung.
Gut zu wissen
Der Beruf verbindet medizinisches Fachwissen, Handwerk und Verkauf – du berätst, misst, fertigst in der Werkstatt und verkaufst am Ende ein Produkt, das oft mehrere tausend Euro kostet und von der Krankenkasse nur teilweise erstattet wird. Das bedeutet auch, dass du Kunden bei der Kostenfrage einfühlsam begleiten musst. Die Arbeitszeiten liegen meist in normalen Geschäftszeiten des Fachgeschäfts, was den Beruf planbarer macht als viele andere Ausbildungsberufe.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • Feingefühl
- • Beratungsfreude
- • technisches Verständnis
- • Geduld
Wichtige Schulfächer
- • Physik
- • Biologie
- • Mathematik
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Hörakustik-Fachgeschäft
- Messkabine
- Werkstatt
Nach der Ausbildung
- Hörakustikermeister/in
- Pädakustiker/in
- Studium Hörtechnik
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Hörakustiker/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Hörakustiker/in?
Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 800 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 980 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 31.920 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Physik, Biologie und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem Feingefühl, Beratungsfreude, technisches Verständnis und Geduld.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Hörakustikermeister/in, Pädakustiker/in oder Studium Hörtechnik. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.700 und 3.400 Euro brutto im Monat.