Das machst du in der Ausbildung
- Füße vermessen und Abdrücke nehmen
- Einlagen und Leisten anfertigen
- Maßschuhe bauen und anpassen
- Konfektionsschuhe umarbeiten
- Kunden beraten und Versorgung dokumentieren
Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr
So viel bekommst du als Orthopädieschuhmacher/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 10.716 € im Jahr
entspricht 12.132 € im Jahr
entspricht 13.536 € im Jahr
entspricht 14.568 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
43.668 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.400–3.000 €
Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.
Was macht man als Orthopädieschuhmacher/in?
Wenn ein Fuß durch eine Fehlstellung, Diabetes oder einen Unfall besondere Unterstützung braucht, reicht ein Schuh von der Stange oft nicht mehr aus. Du vermisst dafür Füße genau, nimmst Abdrücke oder digitale Scans und erstellst daraus die Grundlage für Einlagen oder individuelle Leisten. Aus diesen Leisten baust du Maßschuhe, die exakt auf die Fußform und die medizinische Notwendigkeit abgestimmt sind, und passt sie in mehreren Schritten an, bis Sitz und Druckverteilung stimmen. Nicht jeder Fall braucht einen kompletten Maßschuh: Oft arbeitest du konfektionierte Schuhe um, verstärkst sie, passt Absätze an oder integrierst orthopädische Einlagen. Bei jedem Schritt berätst du die Kund/innen, erklärst, warum bestimmte Anpassungen nötig sind, und dokumentierst die Versorgung, weil sie häufig mit Ärzt/innen und Krankenkassen abgestimmt werden muss.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert 42 Monate, also dreieinhalb Jahre, und läuft dual zwischen Werkstatt und Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du grundlegende Schuhmachertechniken sowie Materialkunde zu Leder und anderen Werkstoffen. Im zweiten Jahr kommen Einlagenbau und einfache Anpassungen an konfektionierten Schuhen dazu. Im dritten Jahr vertiefst du den Bau von Maßschuhen und Leisten, im angefangenen vierten Lehrjahr übernimmst du zunehmend eigenständig komplexe Versorgungen, etwa bei diabetischem Fußsyndrom. Eine Zwischenprüfung findet in der Mitte der Ausbildung statt, den Abschluss bildet die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
Passt der Beruf zu dir?
Handwerkliches Geschick ist die Grundlage, denn jeder Schuh entsteht in vielen präzisen Einzelschritten von Hand. Einfühlungsvermögen brauchst du im Umgang mit Kund/innen, die oft schon länger Schmerzen haben oder sich für ihre Füße schämen. Genauigkeit entscheidet darüber, ob ein Schuh wirklich passt oder Druckstellen verursacht. Interesse an Anatomie hilft dir, Fußprobleme zu verstehen und passende Lösungen zu entwickeln. Die Fächer Biologie, Technik/Werken und Mathematik passen gut zu den Anforderungen. Ehrlich dazu gehört: Die Arbeit ist handwerklich anstrengend, verlangt oft stehende und gebückte Haltung, und der Umgang mit medizinisch belasteten Füßen erfordert Nervenstärke und Geduld.
Was du in der Ausbildung verdienst
Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 893 Euro im 1. Lehrjahr, 1.011 Euro im 2. Lehrjahr, 1.128 Euro im 3. Lehrjahr und 1.214 Euro im 4. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.
Nach der Ausbildung
Mit deinem HWK-Abschluss steigst du mit etwa 2400 bis 3000 Euro brutto ein, abhängig von Betrieb und Region. Die klassische Weiterbildung ist die zum/zur Orthopädieschuhmachermeister/in, die auch den Weg zur eigenen Werkstatt öffnet. Eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in oder als Fachberater/in Diabetesversorgung erweitert deine Spezialisierung zusätzlich.
Gut zu wissen
Der Beruf verbindet klassisches Schuhmacherhandwerk mit medizinischem Fachwissen – eine Kombination, die in dieser Form selten ist. Wer sich stärker auf Prothesen und Orthesen statt Schuhe spezialisieren möchte, findet mit Orthopädietechnik-Mechaniker/in eine verwandte Alternative, während klassische Schuhmacher/innen ohne medizinischen Schwerpunkt arbeiten.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • handwerkliches Geschick
- • Einfühlungsvermögen
- • Genauigkeit
- • Interesse an Anatomie
Wichtige Schulfächer
- • Biologie
- • Technik/Werken
- • Mathematik
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Sanitätshaus
- Werkstatt
- Praxis
Nach der Ausbildung
- Orthopädieschuhmachermeister/in
- Techniker/in
- Fachberater/in Diabetesversorgung
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Orthopädieschuhmacher/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Orthopädieschuhmacher/in?
Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 893 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.214 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 43.668 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Biologie, Technik/Werken und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem handwerkliches Geschick, Einfühlungsvermögen, Genauigkeit und Interesse an Anatomie.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Orthopädieschuhmachermeister/in, Techniker/in oder Fachberater/in Diabetesversorgung. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.400 und 3.000 Euro brutto im Monat.