Finanzen, Recht & Versicherung

Ausbildung als Notarfachangestellte/r

Du bereitest Kaufverträge, Erbregelungen und Beurkundungen vor – ein Beruf mit Detailgenauigkeit und Diskretion.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
950 €
Vergütung 3. Jahr
1.150 €
Abschluss bei
Notarkammer

Das machst du in der Ausbildung

  • Urkundenentwürfe vorbereiten
  • Beurkundungstermine organisieren
  • Grundbuch- und Registeranträge stellen
  • Kosten nach Gebührenordnung berechnen
  • Beteiligte betreuen und Unterlagen einholen

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Notarfachangestellte/r während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 950 € / Monat

entspricht 11.400 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.050 € / Monat

entspricht 12.600 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.150 € / Monat

entspricht 13.800 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

37.800 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.500–3.200 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Notarfachangestellte/r?

Wenn jemand ein Haus kauft, ein Testament beurkunden lässt oder eine Firma gründet, läuft im Hintergrund viel über deinen Schreibtisch. Du bereitest die Entwürfe von Urkunden vor, etwa Kaufverträge, Erbverträge oder Vollmachten, nach den Vorgaben der Notarin oder des Notars. Du organisierst die Beurkundungstermine, lädst die Beteiligten ein und sorgst dafür, dass alle nötigen Unterlagen wie Ausweise, Grundbuchauszüge oder Vollmachten rechtzeitig vorliegen. Nach der Beurkundung stellst du Anträge beim Grundbuchamt oder anderen Registern, damit zum Beispiel ein Eigentumswechsel offiziell eingetragen wird. Weil notarielle Leistungen nach einer festen Gebührenordnung abgerechnet werden, berechnest du die Kosten für die Beteiligten und erstellst die Rechnungen. Daneben betreust du die Menschen, die ins Notariat kommen, oft in emotional aufgeladenen Situationen wie Erbfällen oder Trennungen, und musst dabei stets diskret und professionell bleiben.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und ist dual: Du arbeitest im Notariat und besuchst parallel die Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen der Büroorganisation, des Vertragsrechts und der Aktenführung. Im zweiten Jahr übernimmst du zunehmend eigenständig die Vorbereitung von Urkundenentwürfen und den Kontakt mit Ämtern und Beteiligten. Zwischen dem ersten und zweiten Lehrjahr steht in der Regel eine Zwischenprüfung an. Im dritten Jahr vertiefst du dich in spezielle Rechtsgebiete wie Immobilien-, Erb- oder Gesellschaftsrecht sowie in die Kostenberechnung nach der Gebührenordnung, bevor die Abschlussprüfung vor der Notarkammer ansteht.

Passt der Beruf zu dir?

Genauigkeit ist in diesem Beruf entscheidend, denn schon kleine Fehler in einer Urkunde können große rechtliche und finanzielle Folgen haben. Verschwiegenheit ist Pflicht, weil du Zugang zu sehr persönlichen Informationen hast, etwa zu Vermögen, Erbschaften oder familiären Konflikten. Textsicherheit hilft dir, juristische Formulierungen korrekt zu verwenden, und Zuverlässigkeit sorgt dafür, dass Fristen und Termine eingehalten werden. Der Beruf eignet sich für alle, die gerne strukturiert und selbstständig arbeiten, sich für rechtliche Zusammenhänge interessieren und einen ruhigen Büroalltag mit direktem Kontakt zu Menschen in wichtigen Lebenssituationen schätzen.

Was du in der Ausbildung verdienst

Als Orientierung: Im ersten Lehrjahr liegt die Vergütung bei etwa 950 Euro brutto im Monat, im zweiten bei rund 1.050 Euro und im dritten bei etwa 1.150 Euro. Das sind Richtwerte, die je nach Kanzleigröße, Region und Bundesland variieren; ohne Tarifbindung gilt mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt zwischen etwa 2.500 und 3.200 Euro brutto rechnen, abhängig von Notariat und Berufserfahrung.

Nach der Ausbildung

Nach dem Abschluss arbeitest du meist weiter im Notariat oder in einer Kanzlei mit notarieller Tätigkeit. Über die Weiterbildung zum Notarfachwirt oder zur Notarfachwirtin qualifizierst du dich für anspruchsvollere Aufgaben und mehr Verantwortung in der Kanzleiorganisation. Mit langjähriger Erfahrung ist auch der Aufstieg zum Bürovorsteher oder zur Bürovorsteherin möglich, bei dem du die Organisation eines ganzen Notariats leitest. Wer noch weitergehen möchte, kann mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung ein Studium der Rechtswissenschaft anschließen.

Gut zu wissen

Der Beruf ist eng verwandt mit dem Rechtsanwaltsfachangestellten und dem Justizfachangestellten, unterscheidet sich aber durch den starken Fokus auf Beurkundungen und Grundbuchsachen. Weil Notariate meist kleine Teams sind, übernimmst du früh Verantwortung und hast direkten Kontakt zur Notarin oder zum Notar. Der Arbeitsalltag ist überwiegend planbar, ohne Schichtdienst, was den Beruf für alle interessant macht, die einen geregelten Büroalltag mit rechtlichem Anspruch suchen.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Genauigkeit
  • • Verschwiegenheit
  • • Textsicherheit
  • • Zuverlässigkeit

Wichtige Schulfächer

  • • Deutsch
  • • Mathematik
  • • Politik/Sozialkunde

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Notariat
  • Büro
  • Grundbuchamt

Nach der Ausbildung

  • Notarfachwirt/in
  • Bürovorsteher/in
  • Studium Rechtswissenschaft

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Notarfachangestellte/r?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Notarfachangestellte/r?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 950 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.150 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 37.800 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Deutsch, Mathematik und Politik/Sozialkunde. Mitbringen solltest du vor allem Genauigkeit, Verschwiegenheit, Textsicherheit und Zuverlässigkeit.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Notarfachwirt/in, Bürovorsteher/in oder Studium Rechtswissenschaft. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.500 und 3.200 Euro brutto im Monat.

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