Das machst du in der Ausbildung
- Fristen und Termine überwachen
- Schriftsätze und Schreiben erstellen
- Mandantengespräche annehmen und vorbereiten
- Gebühren und Kosten abrechnen
- Zwangsvollstreckungen bearbeiten
Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr
So viel bekommst du als Rechtsanwaltsfachangestellte/r während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 10.800 € im Jahr
entspricht 12.000 € im Jahr
entspricht 13.200 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
36.000 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.400–3.000 €
Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
Was macht man als Rechtsanwaltsfachangestellte/r?
Während der Anwalt oder die Anwältin vor Gericht steht oder mit Mandanten spricht, sorgst du im Hintergrund dafür, dass nichts durchrutscht. Du überwachst Fristen und Termine – wird eine Frist verpasst, kann das für einen Mandanten teuer werden, deshalb ist diese Aufgabe besonders verantwortungsvoll. Du erstellst Schriftsätze und Schreiben nach Vorgabe, nimmst Mandantengespräche an und bereitest sie vor, rechnest Gebühren und Kosten nach der gesetzlichen Gebührenordnung ab und bearbeitest Zwangsvollstreckungen, wenn ein Urteil durchgesetzt werden muss. Der Arbeitsplatz ist meist das Büro einer Anwaltskanzlei, mit gelegentlichem Kontakt zu Gerichten, wenn Unterlagen eingereicht oder Akten geholt werden.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und läuft dual: Betrieb und Berufsschule wechseln sich ab, mit Fächern wie Deutsch, Politik/Sozialkunde und Mathematik. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen der Aktenführung, des Fristenwesens und einfache Schreibarbeiten. Im zweiten Jahr kommen die Bearbeitung von Mandantengesprächen, Kostenrecht und komplexere Schriftsätze dazu. Im dritten Jahr übernimmst du zunehmend eigenständig die Vorbereitung von Zwangsvollstreckungen und vertiefst dein Wissen in verschiedenen Rechtsgebieten, je nach Ausrichtung der Kanzlei. Eine Zwischenprüfung liegt in der Mitte der Ausbildung, am Ende steht die Abschlussprüfung vor der Rechtsanwaltskammer.
Passt der Beruf zu dir?
Höchste Sorgfalt ist unverzichtbar, weil ein falsch notiertes Datum oder eine verpasste Frist echte rechtliche Folgen haben kann. Verschwiegenheit ist Pflicht, denn du bekommst Einblick in private und geschäftliche Angelegenheiten von Mandanten. Gutes Deutsch brauchst du für präzise Schriftsätze, dazu Organisationstalent, weil mehrere Akten und Fristen gleichzeitig laufen. Ehrlich dazu gehört: Der Job ist überwiegend Büroarbeit am Schreibtisch, oft mit viel Aktenlage und wenig Abwechslung im Tagesablauf, und in stressigen Phasen mit vielen Terminen kann der Druck spürbar sein. Wer lieber draußen oder handwerklich arbeitet, ist hier falsch.
Was du in der Ausbildung verdienst
Als Orientierung gilt: Im ersten Lehrjahr bekommst du etwa 900 Euro brutto im Monat, im zweiten rund 1000 Euro und im dritten etwa 1100 Euro. Die tatsächliche Höhe hängt von Tarifbindung, Kanzleigröße, Branche und Bundesland ab. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung bildet dabei die Untergrenze, die kein Betrieb unterschreiten darf.
Nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung liegt der Einstieg laut Orientierungswerten zwischen etwa 2400 und 3000 Euro brutto im Monat, je nach Kanzlei und Region. Mit Berufserfahrung kannst du dich zum Rechtsfachwirt oder zur Rechtsfachwirtin weiterbilden, dich als Fachassistent oder Fachassistentin in einem bestimmten Rechtsgebiet spezialisieren oder – mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung – ein Studium der Rechtswissenschaft aufnehmen.
Gut zu wissen
Verwandt sind der Notarfachangestellte beziehungsweise die Notarfachangestellte, der Justizfachangestellte beziehungsweise die Justizfachangestellte und der Steuerfachangestellte beziehungsweise die Steuerfachangestellte – wer sich für Notariate oder Gerichte statt Anwaltskanzleien interessiert, findet dort verwandte Alternativen. Der Beruf eignet sich für alle, die strukturiert arbeiten und Verantwortung für Details übernehmen möchten, ohne selbst juristische Entscheidungen treffen zu müssen.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • höchste Sorgfalt
- • Verschwiegenheit
- • gutes Deutsch
- • Organisationstalent
Wichtige Schulfächer
- • Deutsch
- • Politik/Sozialkunde
- • Mathematik
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Anwaltskanzlei
- Büro
- Gericht
Nach der Ausbildung
- Rechtsfachwirt/in
- Fachassistent/in
- Studium Rechtswissenschaft
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte/r?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte/r?
Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 900 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.100 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 36.000 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Deutsch, Politik/Sozialkunde und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem höchste Sorgfalt, Verschwiegenheit, gutes Deutsch und Organisationstalent.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Rechtsfachwirt/in, Fachassistent/in oder Studium Rechtswissenschaft. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.400 und 3.000 Euro brutto im Monat.