Büro, Handel & Verwaltung

Ausbildung als Justizfachangestellte/r

Du organisierst die Abläufe bei Gericht und Staatsanwaltschaft: Akten, Fristen, Ladungen und Protokolle.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.245 €
Vergütung 3. Jahr
1.349 €
Abschluss bei
öffentlicher Dienst

Das machst du in der Ausbildung

  • Akten anlegen, führen und Fristen überwachen
  • Ladungen und Schriftstücke zustellen
  • Protokolle in Verhandlungen führen
  • Kosten berechnen und einziehen
  • Auskünfte an Beteiligte erteilen

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Justizfachangestellte/r während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.245 € / Monat

entspricht 14.940 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.299 € / Monat

entspricht 15.588 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.349 € / Monat

entspricht 16.188 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

46.716 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.700–3.300 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Justizfachangestellte/r?

Damit Verfahren bei Gericht oder Staatsanwaltschaft reibungslos ablaufen, brauchst es Menschen, die im Hintergrund organisieren, und genau das machst du. Du legst Akten an, führst sie während des gesamten Verfahrens und überwachst Fristen, damit nichts liegen bleibt. Ladungen und andere Schriftstücke stellst du an Beteiligte zu und sorgst dafür, dass Zustellungen rechtssicher dokumentiert sind. Bei Gerichtsverhandlungen führst du Protokoll und hältst fest, was gesagt und entschieden wird. Du berechnest Gerichtskosten und ziehst sie ein, und du gibst Auskünfte an Anwälte, Beteiligte oder Bürger, die sich zu ihrem Verfahren erkundigen.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, mit praktischen Abschnitten am Amtsgericht, bei der Staatsanwaltschaft oder auf der Geschäftsstelle und Theorie in der Berufsschule. Im ersten Jahr lernst du die Grundlagen der Aktenführung, Registratur und den formalen Aufbau von Schriftstücken. Im zweiten Jahr kommen Protokollführung und die Bearbeitung von Kostenrechnungen dazu, im dritten Jahr übernimmst du komplexere Vorgänge selbstständiger und bereitest dich auf die Abschlussprüfung vor. Eine Zwischenprüfung zeigt schon vorher, wie gut du die Grundlagen beherrschst.

Passt der Beruf zu dir?

Sorgfalt ist zentral, weil Fristen im Gerichtsbetrieb rechtliche Folgen haben, wenn sie versäumt werden. Verschwiegenheit ist Pflicht, denn du bekommst Einblick in persönliche und oft sensible Verfahren. Gutes Deutsch in Wort und Schrift brauchst du für Protokolle und Schriftverkehr, und Organisationstalent hilft dir, den Überblick über viele parallel laufende Akten zu behalten.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.245 Euro im 1. Lehrjahr, 1.299 Euro im 2. Lehrjahr und 1.349 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach bestandener Prüfung steigst du meist mit 2700 bis 3300 Euro brutto im Monat ein, in der Regel direkt bei einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft. Die Übernahme in den öffentlichen Dienst ist häufig, weil ständig Bedarf an gut ausgebildetem Personal besteht. Mit Berufserfahrung kannst du dich zum Justizfachwirt weiterbilden und mehr Verantwortung auf der Geschäftsstelle übernehmen. Wer noch weiter aufsteigen möchte, kann über ein Studium Rechtspfleger werden oder sich zum Gerichtsvollzieher qualifizieren.

Gut zu wissen

Der Arbeitsplatz Gericht bringt einen geregelten, planbaren Alltag mit sich, gleichzeitig bekommst du Einblick in ganz unterschiedliche Rechtsgebiete, von Familiensachen bis Strafverfahren. Wer strukturiert arbeitet und Interesse an Recht und Verwaltung hat, ohne selbst Jura studieren zu wollen, findet hier einen soliden Einstieg in den öffentlichen Dienst. Die Sicherheit des öffentlichen Dienstes wiegt für viele die eher moderate Bezahlung im Vergleich zu manchen privatwirtschaftlichen Berufen auf.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Sorgfalt
  • • Verschwiegenheit
  • • gutes Deutsch
  • • Organisationstalent

Wichtige Schulfächer

  • • Deutsch
  • • Politik/Sozialkunde
  • • Mathematik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Amtsgericht
  • Staatsanwaltschaft
  • Geschäftsstelle

Nach der Ausbildung

  • Justizfachwirt/in
  • Rechtspfleger/in (Studium)
  • Gerichtsvollzieher/in

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Justizfachangestellte/r?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Justizfachangestellte/r?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.245 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.349 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 46.716 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Deutsch, Politik/Sozialkunde und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem Sorgfalt, Verschwiegenheit, gutes Deutsch und Organisationstalent.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Justizfachwirt/in, Rechtspfleger/in (Studium) oder Gerichtsvollzieher/in. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.700 und 3.300 Euro brutto im Monat.

Ähnliche Ausbildungsberufe