Büro, Handel & Verwaltung

Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/r

Du bearbeitest Anträge und Bescheide in Behörden – vom Bürgeramt bis zur Landesverwaltung, mit Recht als Handwerkszeug.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.286 €
Vergütung 3. Jahr
1.383 €
Abschluss bei
öffentlicher Dienst

Das machst du in der Ausbildung

  • Anträge prüfen und Bescheide erstellen
  • Rechtsvorschriften anwenden und auslegen
  • Bürgerinnen und Bürger beraten
  • Haushalts- und Kassenvorgänge bearbeiten
  • Akten führen und Sitzungen vorbereiten

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Verwaltungsfachangestellte/r während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.286 € / Monat

entspricht 15.432 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.337 € / Monat

entspricht 16.044 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.383 € / Monat

entspricht 16.596 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

48.072 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.800–3.400 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Verwaltungsfachangestellte/r?

Ob Wohngeld, Baugenehmigung oder Gewerbeanmeldung: Wenn Bürgerinnen und Bürger mit einer Behörde zu tun haben, sitzt oft jemand wie du auf der anderen Seite des Schreibtischs. Du prüfst eingereichte Anträge auf Vollständigkeit und Richtigkeit, wendest dafür die passenden Rechtsvorschriften an und erstellst am Ende Bescheide, die rechtlich verbindlich sind. Dabei musst du Gesetze und Verordnungen nicht nur kennen, sondern auch auf den konkreten Einzelfall auslegen können. Am Bürgerbüro oder Telefon berätst du Menschen zu ihrem Anliegen, erklärst Abläufe und hilfst bei Rückfragen, freundlich auch dann, wenn jemand ungeduldig oder unzufrieden ist. Im Hintergrund bearbeitest du Haushalts- und Kassenvorgänge, führst Akten sorgfältig nach Vorschrift und bereitest teilweise Sitzungsunterlagen für Gremien wie den Stadtrat vor. Der Beruf verbindet damit Bürgerkontakt mit rechtlicher und organisatorischer Präzisionsarbeit.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und ist dual: Du arbeitest in verschiedenen Ämtern deiner Behörde, etwa Bürgeramt, Ordnungsamt oder Kämmerei, und besuchst parallel die Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen des Verwaltungsrechts, der Aktenführung und des Bürgerkontakts. Im zweiten Jahr vertiefst du dich in spezielle Rechtsgebiete wie Sozial-, Bau- oder Ordnungsrecht und übernimmst zunehmend eigenständig Antragsbearbeitung. Zwischen dem ersten und zweiten Lehrjahr steht in der Regel eine Zwischenprüfung an. Im dritten Jahr kommen Themen wie Haushaltsrecht und Kassenwesen dazu, bevor die Abschlussprüfung ansteht, die je nach Bundesland und Behörde von der Industrie- und Handelskammer oder einer eigenen Prüfungsstelle des öffentlichen Dienstes abgenommen wird.

Passt der Beruf zu dir?

Sorgfalt ist zentral, denn Bescheide haben rechtliche Wirkung und müssen korrekt formuliert und begründet sein. Gutes Textverständnis hilft dir, Gesetzestexte zu erfassen und richtig anzuwenden, und Freundlichkeit brauchst du im täglichen Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern, auch in schwierigen Gesprächen. Verschwiegenheit ist Pflicht, weil du mit persönlichen Daten arbeitest, etwa zu Einkommen, Familienstand oder Gesundheit. Der Beruf eignet sich für alle, die strukturiert arbeiten, sich für rechtliche und gesellschaftliche Zusammenhänge interessieren und einen sicheren Arbeitsplatz mit geregelten Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst schätzen.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.286 Euro im 1. Lehrjahr, 1.337 Euro im 2. Lehrjahr und 1.383 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach dem Abschluss arbeitest du in verschiedenen Ämtern von Kommunen, Landkreisen oder Landesbehörden. Über die Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt oder zur Verwaltungsfachwirtin qualifizierst du dich für anspruchsvollere Sachbearbeitung und erste Führungsaufgaben. Mit entsprechender Leistung und Weiterbildung ist auch der Aufstieg in den gehobenen Dienst möglich, der mehr Verantwortung und höhere Eingruppierung mit sich bringt. Wer akademisch weitergehen möchte, kann ein Studium des Public Management anschließen, das zu leitenden Positionen in der Verwaltung führt.

Gut zu wissen

Der Beruf ist eng verwandt mit dem Sozialversicherungsfachangestellten und dem Justizfachangestellten, die ähnliche Verwaltungsaufgaben in spezialisierten Bereichen übernehmen. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt und planbar, ohne Schichtdienst, was den öffentlichen Dienst für viele attraktiv macht. Gleichzeitig bedeutet die Bindung an Recht und Vorschriften, dass Entscheidungsspielräume enger sind als in der freien Wirtschaft – wer klare Regeln mag, kommt damit gut zurecht.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Sorgfalt
  • • Textverständnis
  • • Freundlichkeit
  • • Verschwiegenheit

Wichtige Schulfächer

  • • Deutsch
  • • Politik/Sozialkunde
  • • Mathematik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Rathaus
  • Behörde
  • Bürgerbüro

Nach der Ausbildung

  • Verwaltungsfachwirt/in
  • Aufstieg in den gehobenen Dienst
  • Studium Public Management

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/r?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte/r?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.286 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.383 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 48.072 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Deutsch, Politik/Sozialkunde und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem Sorgfalt, Textverständnis, Freundlichkeit und Verschwiegenheit.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Verwaltungsfachwirt/in, Aufstieg in den gehobenen Dienst oder Studium Public Management. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.800 und 3.400 Euro brutto im Monat.

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