Gesundheit & Pflege

Ausbildung als Logopäde/Logopädin

Du behandelst Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen – bei Kindern nach Entwicklungsverzögerung, bei Erwachsenen nach Schlaganfall.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.100 €
Vergütung 3. Jahr
1.260 €
Abschluss bei
Logopädengesetz

Das machst du in der Ausbildung

  • Sprach- und Sprechstörungen diagnostizieren
  • Therapiepläne erstellen und umsetzen
  • Übungen mit Patienten trainieren
  • Angehörige beraten und einbeziehen
  • Verläufe dokumentieren und auswerten

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Logopäde/Logopädin während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.100 € / Monat

entspricht 13.200 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.180 € / Monat

entspricht 14.160 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.260 € / Monat

entspricht 15.120 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

42.480 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.600–3.200 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Logopäde/Logopädin?

Ein Kind, das mit vier Jahren noch kaum verständlich spricht, ein Erwachsener, der nach einem Schlaganfall keine Worte mehr findet, jemand, der nach einer Operation nicht mehr sicher schlucken kann – in all diesen Fällen behandelst du. Du diagnostizierst zunächst genau, welche Sprach-, Sprech- oder Schluckstörung vorliegt, oft mit standardisierten Testverfahren. Darauf aufbauend erstellst du individuelle Therapiepläne und setzt sie in regelmäßigen Sitzungen um. Mit deinen Patientinnen und Patienten trainierst du gezielt Übungen, etwa zur Aussprache einzelner Laute, zum Wortschatzaufbau oder zur Stärkung der Schluckmuskulatur. Angehörige beziehst du bewusst mit ein, weil viele Übungen auch zu Hause weitergeführt werden müssen, damit Therapieerfolge nicht verpuffen. Jeden Behandlungsverlauf dokumentierst du sorgfältig und wertest ihn aus, um die Therapie bei Bedarf anzupassen.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 3 Jahre, ist aber schulisch organisiert und keine duale Ausbildung im klassischen Sinn: Sie findet an einer Berufsfachschule für Logopädie statt, ergänzt durch mehrere praktische Ausbildungsabschnitte in Praxen, Kliniken oder Förderzentren. Im ersten Jahr lernst du medizinische, sprachwissenschaftliche und psychologische Grundlagen. Im zweiten Jahr vertiefst du dich in einzelne Störungsbilder, etwa Stimmstörungen, Stottern oder Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern, und sammelst in Praktika erste Behandlungserfahrung. Im dritten Jahr übernimmst du unter Anleitung zunehmend eigenständig Fälle und bereitest dich auf die staatliche Prüfung nach dem Logopädengesetz vor. Weil es keinen einzelnen Ausbildungsbetrieb gibt, unterscheidet sich die konkrete Organisation von Schule zu Schule, und je nach Schule und Bundesland fällt Schulgeld an oder es gibt eine Vergütung während der praktischen Einsätze.

Passt der Beruf zu dir?

Geduld ist unverzichtbar, weil Fortschritte in der Sprachtherapie oft langsam kommen und du über Wochen und Monate an denselben Übungen arbeitest. Ein gutes Gehör hilft dir, kleinste Abweichungen in der Aussprache oder im Sprachfluss zu erkennen. Einfühlungsvermögen ist zentral, weil Sprachstörungen für viele Menschen belastend sind, gerade wenn sie sich dadurch nicht richtig ausdrücken können. Sprachgefühl rundet das Profil ab, denn du arbeitest ständig mit Lauten, Wörtern und Sätzen und musst genau hinhören, wo ein Problem liegt. Wenn dir Deutsch und Biologie in der Schule liegen und du gern geduldig und einfühlsam mit Menschen arbeitest, ist der Beruf eine gute Wahl.

Was du in der Ausbildung verdienst

Weil es sich um eine schulische Ausbildung handelt, ist die Vergütung anders geregelt als bei einer dualen Ausbildung im Betrieb und hängt stark von Schule, Träger und Bundesland ab. Als Orientierung kannst du je nach Ausbildungsjahr mit Beträgen um 1100, 1180 und 1260 Euro brutto monatlich rechnen, teils als Vergütung während der praktischen Einsätze – verbindlich ist das aber nicht überall, und an manchen Schulen fällt stattdessen Schulgeld an. Informiere dich vor der Bewerbung direkt bei der jeweiligen Schule, wie es dort geregelt ist. Nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt zwischen etwa 2600 und 3200 Euro brutto rechnen.

Nach der Ausbildung

Mit der Erlaubnis nach dem Logopädengesetz arbeitest du in logopädischen Praxen, Kliniken oder Förderzentren. Über Fachweiterbildungen, etwa zu Stimmstörungen oder Dysphagie, also Schluckstörungen, spezialisierst du dich auf bestimmte Patientengruppen. Wer eine eigene Praxis leiten möchte, kann sich entsprechend qualifizieren und selbstständig machen. Ein anschließendes Studium der Logopädie eröffnet zusätzlich wissenschaftliche und leitende Tätigkeitsfelder.

Gut zu wissen

Der Beruf ist emotional fordernd, weil du eng mit Menschen arbeitest, die durch ihre Störung oft frustriert oder verunsichert sind, und selbst geduldig und stabil bleiben musst. Anders als bei einer dualen Ausbildung wechselst du zwischen Schule und verschiedenen Praxisstellen statt in einem festen Betrieb zu bleiben, was von Anfang an Flexibilität verlangt. Ein Praktikum in einer logopädischen Praxis vor der Bewerbung hilft dir einzuschätzen, ob dir die Mischung aus Diagnostik, Übungsarbeit und Beratung wirklich liegt.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Geduld
  • • gutes Gehör
  • • Einfühlungsvermögen
  • • Sprachgefühl

Wichtige Schulfächer

  • • Deutsch
  • • Biologie
  • • Musik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Logopädische Praxis
  • Klinik
  • Förderzentrum

Nach der Ausbildung

  • Fachtherapie Stimme oder Dysphagie
  • Praxisleitung
  • Studium Logopädie

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Logopäde/Logopädin?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Logopäde/Logopädin?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.100 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.260 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 42.480 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Deutsch, Biologie und Musik. Mitbringen solltest du vor allem Geduld, gutes Gehör, Einfühlungsvermögen und Sprachgefühl.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Fachtherapie Stimme oder Dysphagie, Praxisleitung oder Studium Logopädie. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.

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