Das machst du in der Ausbildung
- Fähigkeiten und Alltagsprobleme erfassen
- Therapieziele festlegen und Übungen anleiten
- Hilfsmittel anpassen und Training durchführen
- Angehörige und Umfeld beraten
- Therapieverläufe dokumentieren
Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr
So viel bekommst du als Ergotherapeut/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 13.200 € im Jahr
entspricht 14.160 € im Jahr
entspricht 15.120 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
42.480 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.600–3.200 €
Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
Was macht man als Ergotherapeut/in?
Nach einem Schlaganfall den Wasserhahn wieder allein aufdrehen können, nach einem Unfall wieder selbstständig anziehen, als Kind mit Entwicklungsverzögerung lernen, einen Stift richtig zu halten – bei all dem hilfst du als Ergotherapeut/in. Du erfasst zunächst, welche Fähigkeiten ein Mensch verloren hat oder noch nicht entwickelt hat und wo im Alltag genau das Problem liegt. Darauf aufbauend legst du gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten Therapieziele fest und leitest Übungen an, die gezielt Bewegung, Feinmotorik, Konzentration oder Alltagshandlungen trainieren. Manchmal passt du auch Hilfsmittel an, etwa besonderes Besteck oder Schreibgeräte, damit jemand trotz Einschränkung selbstständig bleibt. Du beziehst Angehörige und das Umfeld mit ein, weil Therapieerfolge im Alltag zu Hause weitergeführt werden müssen, und dokumentierst jeden Behandlungsverlauf sorgfältig, damit Fortschritte nachvollziehbar bleiben.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert 3 Jahre, ist aber anders organisiert als eine duale Ausbildung im Betrieb: Sie findet an einer Berufsfachschule für Ergotherapie statt, ergänzt durch mehrere praktische Ausbildungsabschnitte in Kliniken, Praxen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Im ersten Jahr lernst du medizinische und psychologische Grundlagen sowie erste therapeutische Techniken. Im zweiten Jahr vertiefst du dich in einzelne Störungsbilder, etwa neurologische, psychiatrische oder pädiatrische Erkrankungen, und sammelst in Praktika erste eigene Behandlungserfahrung. Im dritten Jahr übernimmst du unter Anleitung zunehmend eigenständig Fälle und bereitest dich auf die staatliche Prüfung nach dem Ergotherapeutengesetz vor. Weil es keine duale Struktur mit einem einzelnen Ausbildungsbetrieb gibt, unterscheidet sich die Organisation von Schule zu Schule, und je nach Schule und Bundesland fällt Schulgeld an oder es gibt eine Vergütung während der praktischen Einsätze.
Passt der Beruf zu dir?
Kreativität hilft dir, weil du Übungen oft spielerisch oder handwerklich gestaltest, damit Training nicht wie Pflicht wirkt. Empathie ist zentral, denn du arbeitest eng mit Menschen, die durch Krankheit oder Unfall etwas verloren haben, das für sie selbstverständlich war. Geduld brauchst du, weil Fortschritte oft klein sind und Zeit brauchen – manchmal über Monate hinweg. Beobachtungsgabe rundet das Profil ab, denn du musst erkennen, welche kleinen Veränderungen im Verhalten oder in der Bewegung auf einen Fortschritt oder ein Problem hindeuten. Wenn dir Biologie und der Umgang mit Menschen liegen und du Geduld für langsame Prozesse mitbringst, ist der Beruf eine gute Wahl.
Was du in der Ausbildung verdienst
Weil es sich um eine schulische Ausbildung handelt, ist die Vergütung anders geregelt als bei einer dualen Ausbildung im Betrieb und hängt stark von Schule, Träger und Bundesland ab. Als Orientierung kannst du je nach Ausbildungsjahr mit Beträgen um 1100, 1180 und 1260 Euro brutto monatlich rechnen, teils als Vergütung während der praktischen Einsätze, teils als Ausgleich – verbindlich ist das aber nicht überall, und an manchen Schulen fällt stattdessen Schulgeld an. Informiere dich vor der Bewerbung direkt bei der jeweiligen Schule, wie es dort geregelt ist. Nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt zwischen etwa 2600 und 3200 Euro brutto rechnen.
Nach der Ausbildung
Mit der Erlaubnis nach dem Ergotherapeutengesetz arbeitest du in Praxen, Kliniken oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Über Fachweiterbildungen, etwa zur Handrehabilitation, spezialisierst du dich auf bestimmte Störungsbilder und behandelst anspruchsvollere Fälle. Wer eine eigene Praxis leiten möchte, kann sich entsprechend qualifizieren und selbstständig machen. Ein anschließendes Studium der Ergotherapie eröffnet zusätzlich wissenschaftliche und leitende Tätigkeitsfelder.
Gut zu wissen
Der Beruf ist körperlich und emotional fordernd, weil du täglich mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen arbeitest und dabei selbst belastbar bleiben musst. Anders als bei einer dualen Ausbildung hast du keinen einzelnen Ausbildungsbetrieb, sondern wechselst zwischen Schule und verschiedenen Praxisstellen, was Flexibilität verlangt, aber auch früh unterschiedliche Arbeitsfelder zeigt.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • Kreativität
- • Empathie
- • Geduld
- • Beobachtungsgabe
Wichtige Schulfächer
- • Biologie
- • Kunst
- • Deutsch
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Praxis
- Klinik
- Werkstatt für Menschen mit Behinderung
Nach der Ausbildung
- Fachtherapie Handrehabilitation
- Leitung einer Praxis
- Studium Ergotherapie
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Ergotherapeut/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Ergotherapeut/in?
Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.100 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.260 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 42.480 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Biologie, Kunst und Deutsch. Mitbringen solltest du vor allem Kreativität, Empathie, Geduld und Beobachtungsgabe.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Fachtherapie Handrehabilitation, Leitung einer Praxis oder Studium Ergotherapie. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.