Soziales & Bildung

Ausbildung als Heilerziehungspfleger/in

Du begleitest Menschen mit Behinderung im Alltag, in der Arbeit und in der Freizeit – pflegerisch und pädagogisch zugleich.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.220 €
Vergütung 3. Jahr
1.390 €
Abschluss bei
Fachschule (staatlich anerkannt)

Das machst du in der Ausbildung

  • Bei Alltagsverrichtungen unterstützen
  • Förderpläne entwickeln und umsetzen
  • Freizeit- und Bildungsangebote gestalten
  • Pflegerische Aufgaben übernehmen
  • Mit Angehörigen und Fachdiensten zusammenarbeiten

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Heilerziehungspfleger/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.220 € / Monat

entspricht 14.640 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.290 € / Monat

entspricht 15.480 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.390 € / Monat

entspricht 16.680 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

46.800 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

3.000–3.600 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Heilerziehungspfleger/in?

Du begleitest Menschen mit einer Behinderung dabei, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten – beim Anziehen, beim Einkaufen, beim Umgang mit Geld oder bei der Fahrt zur Werkstatt. Dabei geht es nicht nur ums Helfen, sondern auch ums Fördern: Du entwickelst gemeinsam mit einem Team individuelle Förderpläne, die festlegen, welche Fähigkeiten eine Person als Nächstes stärken möchte, und setzt diese im Alltag um. Freizeit- und Bildungsangebote gehören ebenso dazu, etwa ein gemeinsamer Ausflug, ein Kreativangebot oder ein Kurs zur Alltagskompetenz. Weil viele Menschen, die du begleitest, auch pflegerische Unterstützung brauchen, übernimmst du zusätzlich grundpflegerische Aufgaben. Dazu kommt der Austausch mit Angehörigen, Ärzten, Therapeutinnen und anderen Fachdiensten, damit die Unterstützung insgesamt zusammenpasst. Gearbeitet wird je nach Einrichtung in Wohngruppen, in Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder an Förderschulen.

So läuft die Ausbildung ab

Anders als viele andere Berufe auf dieser Seite ist die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger/in keine duale Ausbildung mit Betrieb und Berufsschule, sondern eine schulische Ausbildung an einer Fachschule. Sie dauert 36 Monate, also drei Jahre, und verbindet theoretischen Unterricht mit ausgedehnten Praxisphasen in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Im ersten Jahr stehen die fachlichen Grundlagen im Vordergrund: Pädagogik, Pflege, rechtliche Rahmenbedingungen und erste Praktika. Im zweiten Jahr vertiefst du dein Wissen und übernimmst in der Praxis mehr Verantwortung, etwa bei der Mitgestaltung von Förderplänen. Im dritten Jahr, häufig als Anerkennungsjahr organisiert, arbeitest du weitgehend selbstständig in einer Einrichtung und schließt die Ausbildung mit der staatlichen Anerkennung ab. Je nach Bundesland und Schule können Ausbildungsform und Bezahlung während der Praxisphasen unterschiedlich geregelt sein, teils mit, teils ohne Vergütung in bestimmten Ausbildungsabschnitten.

Passt der Beruf zu dir?

Empathie ist die Grundvoraussetzung: Du arbeitest eng mit Menschen zusammen, die auf Unterstützung angewiesen sind, und musst dich in ihre Situation hineinversetzen können. Geduld ist ebenso wichtig, weil Fortschritte oft klein und langsam sind und du auch mit Rückschlägen umgehen musst. Belastbarkeit brauchst du, weil die Arbeit körperlich und emotional fordernd sein kann, etwa bei herausfordernden Verhaltensweisen oder bei pflegerischen Tätigkeiten. Weil du Verantwortung für die Sicherheit und das Wohlbefinden anderer Menschen trägst, ist ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein unverzichtbar. Wer sich einen Beruf mit klar abgegrenzten Aufgaben ohne emotionale Nähe wünscht, wird sich in diesem Feld schwertun.

Was du in der Ausbildung verdienst

Als Orientierung für die Vergütung, sofern sie in der jeweiligen Ausbildungsform gezahlt wird: etwa 1.220 Euro brutto im Monat im ersten Jahr, rund 1.290 Euro im zweiten und etwa 1.390 Euro im dritten. Wie viel du erhältst, hängt stark von Bundesland, Schulträger und Einrichtung ab, da schulische Ausbildungen unterschiedlich organisiert sind – teils gibt es eine durchgehende Praxisvergütung, teils Phasen ohne Bezahlung. Auch die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung greift hier nicht in jedem Fall wie bei einer klassischen dualen Ausbildung, informiere dich deshalb vorab genau bei der jeweiligen Fachschule.

Nach der Ausbildung

Mit der staatlichen Anerkennung liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen etwa 3.000 und 3.600 Euro brutto im Monat, abhängig von Einrichtung, Tarifbindung und Region. Heilerziehungspfleger/innen werden in der Behindertenhilfe stark gesucht. Mit Berufserfahrung kannst du dich etwa zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie weiterbilden, wenn du mit älteren Menschen mit Behinderung arbeiten möchtest, oder eine Leitungsposition in einer Einrichtung anstreben. Auch ein Studium der Heilpädagogik ist ein möglicher nächster Schritt.

Gut zu wissen

Die Arbeit findet oft im Schichtdienst statt, inklusive Wochenend- und Feiertagsdiensten, weil Menschen in Wohneinrichtungen rund um die Uhr Unterstützung brauchen. Die Arbeit kann emotional belastend sein, etwa bei schwierigen Lebenssituationen der begleiteten Personen. Wer sich vorher bewusst macht, dass es sich um eine schulische Ausbildung mit möglichen unbezahlten oder gering vergüteten Phasen handelt, kann besser einschätzen, ob der Beruf zur eigenen Lebenssituation passt.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Empathie
  • • Geduld
  • • Belastbarkeit
  • • Verantwortungsbewusstsein

Wichtige Schulfächer

  • • Deutsch
  • • Biologie
  • • Pädagogik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Wohneinrichtung
  • Werkstatt
  • Förderschule

Nach der Ausbildung

  • Fachkraft für Gerontopsychiatrie
  • Einrichtungsleitung
  • Studium Heilpädagogik

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Heilerziehungspfleger/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Heilerziehungspfleger/in?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.220 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.390 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 46.800 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Deutsch, Biologie und Pädagogik. Mitbringen solltest du vor allem Empathie, Geduld, Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Fachkraft für Gerontopsychiatrie, Einrichtungsleitung oder Studium Heilpädagogik. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 3.000 und 3.600 Euro brutto im Monat.

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