Elektro & Energie

Ausbildung als Fluggerätelektroniker/in

Du installierst, prüfst und wartest die elektronischen Systeme von Flugzeugen und Hubschraubern.

Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.120 €
Vergütung 4. Jahr
1.340 €
Abschluss bei
IHK

Das machst du in der Ausbildung

  • elektronische Systeme und Verkabelung in Luftfahrzeugen einbauen
  • Avionik-Komponenten prüfen und in Betrieb nehmen
  • Fehler nach technischem Handbuch eingrenzen und beheben
  • Instandsetzungen dokumentieren
  • Luftfahrtvorschriften und Prüfabläufe einhalten

Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr

So viel bekommst du als Fluggerätelektroniker/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.120 € / Monat

entspricht 13.440 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.190 € / Monat

entspricht 14.280 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.270 € / Monat

entspricht 15.240 € im Jahr

4. Lehrjahr 1.340 € / Monat

entspricht 16.080 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

51.000 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

3.000–3.800 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Fluggerätelektroniker/in?

Ein Flugzeug oder ein Hubschrauber steckt heute voller elektronischer Systeme, von der Bordkommunikation über Navigationsgeräte bis zur Steuerungselektronik: Du baust diese Systeme samt der zugehörigen Verkabelung in Luftfahrzeuge ein, prüfst Avionik-Komponenten und nimmst sie in Betrieb. Meldet ein System eine Störung, grenzt du den Fehler anhand des technischen Handbuchs systematisch ein und behebst ihn fachgerecht, sei es durch Austausch eines Bauteils oder durch eine Anpassung der Verkabelung. Weil in der Luftfahrt jeder Eingriff nachvollziehbar sein muss, dokumentierst du jede Instandsetzung genau: was geprüft, was ausgetauscht und was freigegeben wurde. Dabei hältst du dich strikt an Luftfahrtvorschriften und vorgeschriebene Prüfabläufe, denn ein übersehener Fehler an der Elektronik kann im Flugbetrieb schwerwiegende Folgen haben. Gearbeitet wird im Wartungshangar oder am Flughafen, teils auch in der Fertigung neuer Luftfahrzeuge.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und läuft dual zwischen Betrieb und Berufsschule, mit Physik, Mathematik und Englisch als wichtigen Fächern. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen der Elektrotechnik sowie einfache Verkabelungs- und Prüfarbeiten. Im zweiten Jahr kommen komplexere elektronische Systeme und erste Fehlerdiagnosen unter Anleitung dazu. Im dritten Jahr vertiefst du die Arbeit an Avionik-Systemen und übernimmst anspruchsvollere Instandsetzungen. Das angefangene vierte Lehrjahr bereitet dich mit anspruchsvolleren Prüfabläufen und viel Wiederholung auf die Abschlussprüfung vor, der eine Zwischenprüfung vorausgeht. Englisch aus der Berufsschule brauchst du direkt im Betrieb, weil technische Handbücher und Vorschriften überwiegend englischsprachig sind.

Passt der Beruf zu dir?

Technisches Verständnis ist die Grundlage, weil du komplexe elektronische Systeme verstehen und Fehler darin eingrenzen musst. Sorgfalt ist unverzichtbar, weil selbst kleine Fehler an der Elektronik eines Luftfahrzeugs große Folgen haben können. Verantwortungsbewusstsein zeigt sich darin, dass deine Dokumentation und Freigabe zur Sicherheit des Fluggeräts beiträgt, gutes Englisch brauchst du für Handbücher und internationale Vorschriften. Wer mit strengen, wenig verhandelbaren Vorgaben und viel Dokumentationsaufwand nicht gut zurechtkommt, wird diesen Teil der Arbeit als belastend empfinden; je nach Betrieb kommt zudem Schichtarbeit dazu.

Was du in der Ausbildung verdienst

Als Orientierung gelten etwa 1120 Euro brutto im ersten Lehrjahr, rund 1190 Euro im zweiten, etwa 1270 Euro im dritten und rund 1340 Euro im vierten Lehrjahr. Die tatsächliche Höhe hängt von Tarifbindung, Betrieb, Region und Bundesland ab, die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung darf dabei nicht unterschritten werden.

Nach der Ausbildung

Nach dem Abschluss liegt der Einstieg orientierungsweise zwischen 3000 und 3800 Euro brutto im Monat, je nach Betrieb und Region auch abweichend. Mit Berufserfahrung kannst du eine Prüfberechtigung nach Part-66 erwerben, die dich zur eigenständigen Freigabe von Wartungsarbeiten berechtigt, eine Weiterbildung zum Techniker oder zur Technikerin für Luftfahrttechnik beziehungsweise Avionik anschließen oder mit einem Studium der Elektrotechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik in Richtung Entwicklung oder technische Leitung wechseln.

Gut zu wissen

Der Beruf verlangt hohe Präzision und Verantwortungsbewusstsein, weil Fehler an der Elektronik eines Flugzeugs im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden können, entsprechend anspruchsvoll ist die Ausbildung. Je nach Arbeitgeber gehört Schichtarbeit dazu, etwa wenn Wartungsarbeiten außerhalb der Flugzeiten stattfinden. Wer technisches Interesse an Elektronik mit Freude an Präzision und Verantwortung verbindet, findet hier einen anspruchsvollen Beruf mit guten Perspektiven in einer spezialisierten Branche.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • technisches Verständnis
  • • Sorgfalt
  • • Verantwortungsbewusstsein
  • • gutes Englisch

Wichtige Schulfächer

  • • Physik
  • • Mathematik
  • • Englisch

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Wartungshangar
  • Flughafen
  • Fertigung

Nach der Ausbildung

  • Prüfberechtigung nach Part-66
  • Techniker/in Luftfahrttechnik/Avionik
  • Studium Elektrotechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Fluggerätelektroniker/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Fluggerätelektroniker/in?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.120 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.340 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 51.000 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Physik, Mathematik und Englisch. Mitbringen solltest du vor allem technisches Verständnis, Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein und gutes Englisch.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Prüfberechtigung nach Part-66, Techniker/in Luftfahrttechnik/Avionik oder Studium Elektrotechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 3.000 und 3.800 Euro brutto im Monat.

Ähnliche Ausbildungsberufe