Handwerk & Gestaltung

Ausbildung als Raumausstatter/in

Du gestaltest Innenräume: Polstermöbel, Vorhänge, Bodenbeläge und Sonnenschutz – Handwerk mit Stilgefühl.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
823 €
Vergütung 3. Jahr
1.006 €
Abschluss bei
HWK

Das machst du in der Ausbildung

  • Kunden beraten und Räume planen
  • Polstermöbel aufarbeiten und beziehen
  • Vorhänge und Sonnenschutz nähen und montieren
  • Bodenbeläge und Wandbespannungen verlegen
  • Aufmaße erstellen und kalkulieren

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Raumausstatter/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 823 € / Monat

entspricht 9.876 € im Jahr

2. Lehrjahr 915 € / Monat

entspricht 10.980 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.006 € / Monat

entspricht 12.072 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

32.928 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.300–2.900 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Raumausstatter/in?

Ein Sofa, das durchgesessen ist, wird bei dir neu bezogen. Ein Wohnzimmer, das dunkel und kahl wirkt, bekommt durch Vorhänge, einen neuen Teppichboden oder eine Wandbespannung ein völlig anderes Gesicht. Als Raumausstatter/in berätst du Kundinnen und Kunden, wie sie ihre Räume gestalten können, nimmst Maße, wählst Stoffe und Materialien aus und setzt die Gestaltung anschließend selbst um. Du polsterst Sessel und Sofas neu, nähst und montierst Gardinen und Sonnenschutzsysteme wie Rollos oder Jalousien, verlegst Teppichböden, Laminat oder textile Bodenbeläge und spannst Wände mit Stoff oder Tapete. Bevor überhaupt ein Handschlag gemacht wird, erstellst du Aufmaße und kalkulierst, wie viel Material gebraucht wird und was der Auftrag kostet. Ein Teil deiner Arbeit findet in der Werkstatt statt, ein anderer direkt vor Ort in der Wohnung oder im Geschäft der Kundschaft.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und läuft dual: Du bist überwiegend im Handwerksbetrieb, ergänzt durch den Unterricht in der Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du grundlegende Techniken wie Zuschneiden, Nähen und einfache Polsterarbeiten sowie den Umgang mit Werkzeugen und Maschinen. Im zweiten Jahr vertiefst du dich in einen der Schwerpunkte – etwa Polstern, Dekorieren oder Bodenlegen – und übernimmst anspruchsvollere Aufgaben beim Kunden. Im dritten Jahr planst und kalkulierst du zunehmend selbstständig ganze Aufträge und bereitest dich auf die Gesellenprüfung vor. Nach etwa der Hälfte der Ausbildung steht eine Zwischenprüfung an, mit der überprüft wird, ob die Grundlagen sitzen.

Passt der Beruf zu dir?

Wenn du gerne gestaltest und ein Auge für Farben, Muster und Proportionen hast, bringst du eine wichtige Voraussetzung mit. Handwerkliches Geschick ist ebenso gefragt, denn Nähen, Polstern und Verlegen erfordern Übung und Genauigkeit – ein schief geschnittener Stoff oder ein krumm verlegter Boden lässt sich nicht einfach löschen wie ein Fehler am Bildschirm. Da du viel direkt bei Kundinnen und Kunden arbeitest, solltest du außerdem gerne mit Menschen sprechen, zuhören können, was sie sich vorstellen, und das in einen konkreten Vorschlag übersetzen. Wer lieber im Hintergrund und ohne Kundenkontakt arbeitet, tut sich in diesem Beruf schwerer.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 823 Euro im 1. Lehrjahr, 915 Euro im 2. Lehrjahr und 1.006 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung bei der Handwerkskammer liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen etwa 2.300 und 2.900 Euro brutto im Monat, abhängig vom Betrieb und der Region. Viele Raumausstatter/innen arbeiten anschließend weiter im Betrieb, in dem sie gelernt haben, oder wechseln in ein Fachgeschäft. Mit der Meisterprüfung kannst du dich selbstständig machen oder Auszubildende ausbilden. Auch eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in für Raumgestaltung oder ein Studium der Innenarchitektur sind mögliche nächste Schritte, wenn dich Planung und Gestaltung noch mehr interessieren als die praktische Ausführung.

Gut zu wissen

Der Beruf verbindet gestalterische und handwerkliche Arbeit, verlangt aber auch Ausdauer: Möbel polstern oder schwere Bodenbeläge tragen ist körperlich anstrengend, und beim Arbeiten in fremden Wohnungen musst du dich auf wechselnde Bedingungen einstellen, mal auf engem Raum, mal unter Zeitdruck, weil die Kundschaft am selben Tag wieder einziehen möchte. Termine liegen gelegentlich auch am frühen Morgen oder Abend, wenn Kundinnen und Kunden sonst nicht zu Hause sind.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Gestaltungssinn
  • • Kundenkontakt
  • • Genauigkeit
  • • handwerkliches Geschick

Wichtige Schulfächer

  • • Kunst
  • • Mathematik
  • • Technik/Werken

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Werkstatt
  • Kundenwohnung
  • Ladengeschäft

Nach der Ausbildung

  • Raumausstattermeister/in
  • Techniker/in Raumgestaltung
  • Studium Innenarchitektur

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Raumausstatter/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Raumausstatter/in?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 823 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.006 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 32.928 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Kunst, Mathematik und Technik/Werken. Mitbringen solltest du vor allem Gestaltungssinn, Kundenkontakt, Genauigkeit und handwerkliches Geschick.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Raumausstattermeister/in, Techniker/in Raumgestaltung oder Studium Innenarchitektur. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.300 und 2.900 Euro brutto im Monat.

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