Bau & Ausbau

Ausbildung als Klempner/in

Du formst Bleche zu Dachrinnen, Fassadenverkleidungen und Kirchturmspitzen – Metallbau am Gebäude mit viel Handarbeit.

Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
750 €
Vergütung 4. Jahr
1.000 €
Abschluss bei
HWK

Das machst du in der Ausbildung

  • Bleche aus Kupfer, Zink oder Edelstahl zuschneiden und kanten
  • Dachentwässerung und Rinnen montieren
  • Fassaden- und Dachverkleidungen anfertigen
  • Anschlüsse an Schornsteine und Gauben abdichten
  • Denkmalgeschützte Metalldächer instand setzen

Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr

So viel bekommst du als Klempner/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 750 € / Monat

entspricht 9.000 € im Jahr

2. Lehrjahr 830 € / Monat

entspricht 9.960 € im Jahr

3. Lehrjahr 930 € / Monat

entspricht 11.160 € im Jahr

4. Lehrjahr 1.000 € / Monat

entspricht 12.000 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

36.120 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.600–3.200 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Klempner/in?

Regen soll vom Dach kontrolliert ablaufen, Fassaden brauchen Verkleidungen, die Wind und Wetter standhalten, und historische Kirchturmspitzen müssen fachgerecht instand gehalten werden – dafür bist du zuständig. Du schneidest Bleche aus Kupfer, Zink oder Edelstahl passgenau zu und kantest sie mit Spezialwerkzeug in Form, oft direkt nach Aufmaß vor Ort. Ein zentraler Teil deiner Arbeit ist die Dachentwässerung: Du montierst Rinnen und Fallrohre so, dass Wasser sicher abgeleitet wird, ohne dass es irgendwo eindringt. Dazu fertigst du Fassaden- und Dachverkleidungen an, die nicht nur funktional, sondern auch sauber verarbeitet sein müssen. An Schornsteinen, Gauben oder Dachfenstern dichtest du die Anschlüsse ab, damit dort kein Wasser eindringen kann – eine der anspruchsvollsten Aufgaben, weil hier viele Details zusammenkommen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden setzt du historische Metalldächer fachgerecht instand, oft nach traditionellen Handwerkstechniken.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und ist dual, du arbeitest also im Handwerksbetrieb und besuchst parallel die Berufsschule. Im ersten Jahr lernst du den Umgang mit Blech, grundlegende Falz- und Verbindungstechniken sowie einfache Zuschnitte. Im zweiten Jahr übernimmst du komplexere Aufgaben wie Rinnenmontage und einfache Verkleidungen. Im dritten Jahr arbeitest du an Fassaden- und Dachdetails, die Erfahrung verlangen, etwa Anschlüsse an Schornsteine oder Gauben. Das angefangene vierte Halbjahr dient der Vertiefung, oft mit ersten Arbeiten an denkmalgeschützten Objekten, und der Vorbereitung auf die Gesellenprüfung. Nach dem zweiten Jahr findet die Zwischenprüfung statt, mit der die Handwerkskammer prüft, ob die Grundlagen sitzen.

Passt der Beruf zu dir?

Handwerkliches Geschick ist die Basis, denn du formst Blech mit Werkzeug und den Händen zu exakten Formen. Schwindelfreiheit brauchst du zwingend, weil viel deiner Arbeit auf dem Dach stattfindet, oft in beachtlicher Höhe. Präzision entscheidet darüber, ob eine Verkleidung dicht ist oder später Wasser durchlässt – kleine Ungenauigkeiten haben hier große Folgen. Formgefühl hilft dir, Bleche so zu biegen und zu kanten, dass sie nicht nur funktionieren, sondern auch sauber aussehen. Wenn du gern draußen und mit den Händen arbeitest und dir Höhe nichts ausmacht, ist der Beruf eine gute Wahl. Wetterfestigkeit gehört ebenfalls dazu, denn du arbeitest bei fast jedem Wetter auf der Baustelle.

Was du in der Ausbildung verdienst

Als Orientierung liegt die Ausbildungsvergütung im ersten Jahr bei rund 750 Euro brutto, im zweiten Jahr bei etwa 830 Euro, im dritten Jahr bei rund 930 Euro und im vierten Jahr bei etwa 1000 Euro monatlich. Diese Werte sind Richtwerte, denn Tarifbindung, Region und Betriebsgröße machen im Handwerk oft einen spürbaren Unterschied, und die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung setzt eine Untergrenze für Betriebe ohne Tarifvertrag. Nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt zwischen etwa 2600 und 3200 Euro brutto rechnen.

Nach der Ausbildung

Mit dem Gesellenbrief der HWK arbeitest du auf Dächern, in Werkstätten oder direkt auf Baustellen an Dach- und Fassadenklempnerei. Über die Meisterprüfung zum/zur Klempnermeister/in kannst du einen eigenen Betrieb gründen oder als Ausbilder/in arbeiten. Die Weiterbildung zum/zur Techniker/in Metallbautechnik führt in Planung und technische Leitung, während eine Qualifikation zum/zur Restaurator/in im Handwerk dich auf die Instandsetzung historischer Metalldächer spezialisiert – ein gefragtes Nischenfeld.

Gut zu wissen

Der Beruf ist körperlich fordernd: Du arbeitest oft in Zwangshaltungen, trägst schwere Blechbahnen und bist bei Wind und Wetter draußen unterwegs, auch im Winter. Höhenarbeit gehört zum Alltag und wird streng nach Sicherheitsvorschriften abgesichert, trotzdem sollte dir das bewusst sein, bevor du dich bewirbst. Wer handwerkliche Präzisionsarbeit mit Arbeit an der frischen Luft verbinden möchte, findet im Klempnerhandwerk einen Beruf mit sichtbaren, langlebigen Ergebnissen.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • handwerkliches Geschick
  • • Schwindelfreiheit
  • • Präzision
  • • Formgefühl

Wichtige Schulfächer

  • • Mathematik
  • • Physik
  • • Technik/Werken

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Dach
  • Werkstatt
  • Baustelle

Nach der Ausbildung

  • Klempnermeister/in
  • Techniker/in Metallbautechnik
  • Restaurator/in im Handwerk

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Klempner/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Klempner/in?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 750 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.000 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 36.120 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Mathematik, Physik und Technik/Werken. Mitbringen solltest du vor allem handwerkliches Geschick, Schwindelfreiheit, Präzision und Formgefühl.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Klempnermeister/in, Techniker/in Metallbautechnik oder Restaurator/in im Handwerk. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.

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