Bau & Ausbau

Ausbildung als Kanalbauer/in

Du baust und sanierst Abwasserkanäle – von der offenen Baugrube bis zur grabenlosen Sanierung im laufenden Netz.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.000 €
Vergütung 3. Jahr
1.495 €
Abschluss bei
IHK/HWK

Das machst du in der Ausbildung

  • Rohrgräben ausheben und verbauen
  • Kanalrohre verlegen, abdichten und prüfen
  • Schachtbauwerke setzen
  • Kanäle inspizieren und sanieren
  • Dichtheitsprüfungen dokumentieren

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Kanalbauer/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.000 € / Monat

entspricht 12.000 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.230 € / Monat

entspricht 14.760 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.495 € / Monat

entspricht 17.940 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

44.700 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.700–3.300 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Kanalbauer?

Damit Abwasser und Regenwasser zuverlässig abfließen, müssen Kanäle gebaut und regelmäßig instand gehalten werden. Du hebst dafür Rohrgräben aus und verbaust sie, damit die Baugrube stabil bleibt. Anschließend verlegst du Kanalrohre, dichtest die Verbindungen ab und prüfst, ob alles dicht ist. Du setzt Schachtbauwerke, über die man später an den Kanal herankommt, und inspizierst bestehende Kanäle, um sie bei Bedarf zu sanieren, teils in offener Bauweise, teils grabenlos im laufenden Netz. Dichtheitsprüfungen führst du sorgfältig durch und dokumentierst die Ergebnisse, weil sie später als Nachweis für die Qualität der Arbeit dienen.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt: auf der Tiefbaustelle und im Kanalnetz sammelst du praktische Erfahrung, in der Berufsschule lernst du Mathematik, Physik und Technik. Im ersten Jahr stehen Erdarbeiten, Verbau und einfache Rohrverlegung im Vordergrund, später kommen Schachtbau, Sanierungstechniken und Dichtheitsprüfungen dazu. Eine Zwischenprüfung nach etwa anderthalb Jahren zeigt deinen Ausbildungsstand, am Ende steht die Abschlussprüfung bei der IHK oder Handwerkskammer, je nachdem, wo dein Betrieb organisiert ist.

Passt der Beruf zu dir?

Der Beruf passt zu dir, wenn du körperlich belastbar bist und gerne im Freien arbeitest, denn ein Großteil der Arbeit findet auf der Baustelle statt, bei jedem Wetter. Sicherheitsbewusstsein ist entscheidend, weil offene Gräben und Arbeiten im Kanalnetz echte Risiken bergen. Sorgfalt zeigt sich darin, dass du Verbindungen wirklich dicht herstellst, denn undichte Kanäle verursachen später teure Schäden. Teamgeist brauchst du, weil viele Arbeitsschritte nur gemeinsam sicher ausgeführt werden können. Wenn dir Arbeiten in Gräben und der Kontakt mit Abwasser grundsätzlich zu schaffen machen, solltest du das vorher bedenken.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Ausbildungsvergütung steigt über die drei Lehrjahre von etwa 1.000 über 1.230 auf rund 1.495 Euro brutto im Monat. Diese Werte sind Orientierungswerte, die tatsächliche Höhe hängt von Tarifvertrag, Betriebsgröße und Bundesland ab, mindestens gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg zwischen etwa 2.700 und 3.300 Euro brutto im Monat.

Nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung arbeitest du bei Tiefbauunternehmen, kommunalen Betrieben oder auf Sanierungsprojekte spezialisierten Firmen. Mit Berufserfahrung kannst du dich zum Polier oder zur Polierin weiterbilden und Baustellen leiten, mit der Meisterprüfung übernimmst du noch mehr Verantwortung im Betrieb. Als Techniker oder Technikerin für Bautechnik gehst du in Richtung Planung, wer noch weiter gehen möchte, kann Bauingenieurwesen studieren.

Gut zu wissen

Kanalbau bedeutet Arbeiten bei jedem Wetter, oft an wechselnden Baustellen und teils mit engen Zeitplänen, weil Straßen oder Grundstücke möglichst schnell wieder freigegeben werden sollen. Der Umgang mit Abwasser gehört zum Alltag und ist mit entsprechender Schutzausrüstung gut zu bewältigen. Da Kanalnetze in jeder Kommune gepflegt werden müssen, sind die Berufsaussichten in diesem Bereich stabil.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Belastbarkeit
  • • Sicherheitsbewusstsein
  • • Sorgfalt
  • • Teamgeist

Wichtige Schulfächer

  • • Mathematik
  • • Physik
  • • Technik/Werken

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Tiefbaustelle
  • Kanalnetz
  • im Freien

Nach der Ausbildung

  • Polier/in
  • Meister/in
  • Techniker/in Bautechnik
  • Studium Bauingenieurwesen

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Kanalbauer/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Kanalbauer/in?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.000 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.495 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 44.700 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Mathematik, Physik und Technik/Werken. Mitbringen solltest du vor allem Belastbarkeit, Sicherheitsbewusstsein, Sorgfalt und Teamgeist.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Polier/in, Meister/in, Techniker/in Bautechnik oder Studium Bauingenieurwesen. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.700 und 3.300 Euro brutto im Monat.

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