Metall & Maschinenbau

Ausbildung als Gießereimechaniker/in

Du gießt flüssiges Metall in Formen und machst daraus Bauteile – von der Motorblockserie bis zum Einzelstück.

Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.175 €
Vergütung 4. Jahr
1.394 €
Abschluss bei
IHK

Das machst du in der Ausbildung

  • Formen und Kerne herstellen
  • Schmelzöfen bedienen und Legierungen überwachen
  • Gießanlagen einrichten und Gussteile abgießen
  • Gussstücke entformen, putzen und prüfen
  • Anlagen warten und Prozesse dokumentieren

Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr

So viel bekommst du als Gießereimechaniker/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.175 € / Monat

entspricht 14.100 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.230 € / Monat

entspricht 14.760 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.313 € / Monat

entspricht 15.756 € im Jahr

4. Lehrjahr 1.394 € / Monat

entspricht 16.728 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

52.980 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.900–3.600 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Gießereimechaniker?

Bevor ein Bauteil aus Metall existiert, ist es oft nur eine flüssige Masse in einem Schmelzofen – und du bist derjenige, der daraus ein festes, exaktes Werkstück macht. Zunächst stellst du Formen und Kerne her, in die später das flüssige Metall gegossen wird; sie bestimmen die spätere Form und die inneren Hohlräume des Gussteils. An den Schmelzöfen überwachst du die Legierungen, achtest auf die richtige Temperatur und Zusammensetzung, damit das Metall am Ende die gewünschten Eigenschaften hat. Anschließend richtest du die Gießanlagen ein und gießt die Gussteile ab, wobei Präzision und Timing entscheidend sind, damit das Metall gleichmäßig in die Form fließt. Nach dem Abkühlen entformst du die Gussstücke, putzt sie von Graten und überschüssigem Material und prüfst sie auf Fehler wie Lunker oder Risse. Dazu kommt technische Verantwortung: Du wartest die Anlagen und dokumentierst die Prozesse, damit jede Charge nachvollziehbar bleibt. Deine Werkstücke reichen von Motorblöcken für die Serienproduktion bis zu individuellen Einzelstücken für Sonderanfertigungen.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 42 Monate, also dreieinhalb Jahre, und findet dual statt: Du arbeitest in einer Gießerei oder einem Schmelzbetrieb und besuchst begleitend die Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen der Formen- und Kernherstellung sowie den sicheren Umgang mit Werkzeugen und Maschinen. Im zweiten Jahr kommen der Umgang mit Schmelzöfen und die Überwachung von Legierungen dazu, außerdem steht die Zwischenprüfung an, mit der dein bisheriger Ausbildungsstand überprüft wird. Im dritten Jahr vertiefst du dich in das Einrichten von Gießanlagen und das eigenständige Abgießen von Gussteilen. Das angefangene vierte Lehrjahr nutzt du, um dich in Qualitätsprüfung, Anlagenwartung und Prozessdokumentation zu spezialisieren, bevor die Ausbildung mit der Abschlussprüfung bei der Industrie- und Handelskammer endet.

Passt der Beruf zu dir?

Hitzeverträglichkeit ist unverzichtbar, weil du in der Nähe von Schmelzöfen arbeitest, in denen Metall bei mehreren hundert Grad flüssig gehalten wird. Technisches Verständnis brauchst du, um Gießanlagen richtig einzustellen und Legierungen korrekt zu überwachen. Teamgeist ist wichtig, weil das Abgießen selten allein passiert und ein eingespieltes Team für Sicherheit und Qualität sorgt. Sorgfalt entscheidet über die Qualität jedes einzelnen Gussstücks, denn schon kleine Fehler in Form oder Legierung können ein ganzes Werkstück unbrauchbar machen. In der Schule zählen Physik für das Verständnis von Wärme und Materialverhalten, Chemie für Legierungen und Werkstoffkunde, sowie Mathematik für Berechnungen rund um Mengen und Toleranzen.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.175 Euro im 1. Lehrjahr, 1.230 Euro im 2. Lehrjahr, 1.313 Euro im 3. Lehrjahr und 1.394 Euro im 4. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach bestandener Prüfung liegt der Einstieg meist zwischen 2.900 und 3.600 Euro brutto im Monat, abhängig von Betriebsgröße, Region und Branche. Wer sich in Richtung Führung entwickeln möchte, kann den Industriemeister Gießerei ablegen und damit Verantwortung für ganze Anlagenbereiche übernehmen. Eine Weiterbildung zum Techniker für Gießereitechnik öffnet den Weg in Planung und Prozessentwicklung, und wer akademisch weitergehen will, kann ein Studium der Werkstofftechnik anschließen.

Gut zu wissen

Der Beruf ist körperlich fordernd, weil du regelmäßig in der Nähe von Hitze, Lärm und schweren Bauteilen arbeitest, entsprechend wichtig ist geeignete Schutzausrüstung. Schichtarbeit ist in vielen Gießereien üblich, weil Schmelzöfen aus technischen Gründen oft rund um die Uhr laufen. Wer keine Berührungsängste mit Hitze und rauer Werkstattatmosphäre hat und gerne sieht, wie aus flüssigem Metall ein fertiges Bauteil entsteht, findet hier einen technisch anspruchsvollen Beruf.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Hitzeverträglichkeit
  • • technisches Verständnis
  • • Teamgeist
  • • Sorgfalt

Wichtige Schulfächer

  • • Physik
  • • Chemie
  • • Mathematik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Gießerei
  • Schmelzbetrieb
  • Produktionshalle

Nach der Ausbildung

  • Industriemeister/in Gießerei
  • Techniker/in Gießereitechnik
  • Studium Werkstofftechnik

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Gießereimechaniker/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Gießereimechaniker/in?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.175 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.394 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 52.980 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Physik, Chemie und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem Hitzeverträglichkeit, technisches Verständnis, Teamgeist und Sorgfalt.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Industriemeister/in Gießerei, Techniker/in Gießereitechnik oder Studium Werkstofftechnik. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.900 und 3.600 Euro brutto im Monat.

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