Metall & Maschinenbau

Ausbildung als Werkstoffprüfer/in

Du findest heraus, ob ein Werkstoff hält, was er soll: Zugproben, Ultraschall, Mikroskop und Schadensanalyse.

Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.179 €
Vergütung 4. Jahr
1.413 €
Abschluss bei
IHK

Das machst du in der Ausbildung

  • Proben entnehmen und für Prüfungen vorbereiten
  • Zerstörende Prüfungen wie Zug- und Härteversuche durchführen
  • Zerstörungsfreie Prüfungen mit Ultraschall und Röntgen
  • Gefüge unter dem Mikroskop beurteilen
  • Prüfberichte erstellen und Schadensursachen aufklären

Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr

So viel bekommst du als Werkstoffprüfer/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.179 € / Monat

entspricht 14.148 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.243 € / Monat

entspricht 14.916 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.331 € / Monat

entspricht 15.972 € im Jahr

4. Lehrjahr 1.413 € / Monat

entspricht 16.956 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

53.514 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

3.000–3.600 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Werkstoffprüfer/in?

Ob ein Bauteil einer Belastung standhält, entscheidet sich nicht durch Vermutung, sondern durch Prüfung – und diese Prüfungen führst du durch. Du entnimmst Proben aus Werkstücken oder Materialchargen und bereitest sie für unterschiedliche Prüfverfahren vor. Bei zerstörenden Prüfungen wie Zug- oder Härteversuchen belastest du das Material gezielt bis an seine Grenzen, um herauszufinden, wie viel es aushält, bevor es bricht oder sich verformt. Bei zerstörungsfreien Prüfungen mit Ultraschall oder Röntgen untersuchst du Bauteile, ohne sie zu beschädigen, und findest so innere Risse oder Lufteinschlüsse, die von außen nicht sichtbar sind. Unter dem Mikroskop beurteilst du das Gefüge eines Werkstoffs und erkennst daran, wie er verarbeitet wurde und ob Fehler in der Struktur vorliegen. Alle Ergebnisse hältst du in Prüfberichten fest, die genau dokumentieren, was du herausgefunden hast, und wenn ein Bauteil versagt hat, klärst du zusätzlich die Schadensursache – oft entscheidend, um teure Fehler in der Produktion zukünftig zu vermeiden.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 42 Monate, also dreieinhalb Jahre, und läuft dual zwischen Betrieb – meist ein Prüflabor oder die Qualitätssicherung eines Industriebetriebs – und Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du Grundlagen der Werkstoffkunde und einfache Probenvorbereitung. Im zweiten Jahr kommen zerstörende Prüfverfahren wie Zug- und Härteversuche dazu. Im dritten Jahr vertiefst du zerstörungsfreie Prüfverfahren wie Ultraschall und Röntgen sowie die Gefügebeurteilung unter dem Mikroskop, im angefangenen vierten Lehrjahr übernimmst du zunehmend eigenständig komplexe Prüfaufträge und Schadensanalysen. Eine Zwischenprüfung findet in der Mitte der Ausbildung statt, den Abschluss bildet die Prüfung vor der IHK.

Passt der Beruf zu dir?

Analytisches Denken ist die Grundlage, um Prüfergebnisse richtig zu interpretieren und Schadensursachen nachzuvollziehen. Genauigkeit entscheidet über die Zuverlässigkeit jeder einzelnen Messung. Interesse an Naturwissenschaft solltest du mitbringen, weil sich der Beruf stark auf Physik und Chemie stützt. Geduld brauchst du bei aufwendigen Prüfreihen, die nicht immer sofort ein eindeutiges Ergebnis liefern. Die Fächer Physik, Chemie und Mathematik passen gut zu den Anforderungen im Beruf. Ehrlich dazu gehört: Manche Prüfverfahren wie Röntgenprüfungen erfordern besonderen Strahlenschutz, und die Arbeit im Labor verlangt viel Konzentration bei oft repetitiven Prüfabläufen.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.179 Euro im 1. Lehrjahr, 1.243 Euro im 2. Lehrjahr, 1.331 Euro im 3. Lehrjahr und 1.413 Euro im 4. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Mit dem IHK-Abschluss steigst du mit etwa 3000 bis 3600 Euro brutto ein, abhängig von Betrieb und Region. Wer sich weiterentwickeln möchte, kann sich zum/zur Techniker/in Werkstofftechnik weiterbilden oder Prüfstufe 2 beziehungsweise 3 in der zerstörungsfreien Prüfung erwerben, was zusätzliche Verantwortung und Zertifizierungsbefugnisse bringt. Ein Studium der Werkstoffwissenschaft öffnet den Weg in Forschung oder Entwicklung.

Gut zu wissen

Der Beruf ist in vielen Industriebereichen gefragt, von der Luftfahrt bis zum Maschinenbau, weil überall geprüfte Werkstoffe über Sicherheit entscheiden. Wer sich stärker auf physikalische Messungen allgemein statt speziell auf Werkstoffe konzentrieren möchte, findet mit Physiklaborant/in eine verwandte Alternative, während Industriemechaniker/in die Bauteile selbst statt deren Prüfung in den Mittelpunkt stellt.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • analytisches Denken
  • • Genauigkeit
  • • Interesse an Naturwissenschaft
  • • Geduld

Wichtige Schulfächer

  • • Physik
  • • Chemie
  • • Mathematik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Prüflabor
  • Industriebetrieb
  • Qualitätssicherung

Nach der Ausbildung

  • Techniker/in Werkstofftechnik
  • Prüfstufe 2/3 in der ZfP
  • Studium Werkstoffwissenschaft

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Werkstoffprüfer/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Werkstoffprüfer/in?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.179 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.413 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 53.514 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Physik, Chemie und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem analytisches Denken, Genauigkeit, Interesse an Naturwissenschaft und Geduld.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Techniker/in Werkstofftechnik, Prüfstufe 2/3 in der ZfP oder Studium Werkstoffwissenschaft. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 3.000 und 3.600 Euro brutto im Monat.

Ähnliche Ausbildungsberufe