Das machst du in der Ausbildung
- Gerüstbauteile transportieren und montieren
- Arbeits- und Schutzgerüste nach Plan aufbauen
- Verankerungen setzen und Standsicherheit prüfen
- Sonderkonstruktionen für Brücken und Industrieanlagen errichten
- Gerüste abbauen, prüfen und lagern
Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr
So viel bekommst du als Gerüstbauer/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 12.588 € im Jahr
entspricht 14.844 € im Jahr
entspricht 18.120 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
45.552 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.600–3.200 €
Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.
Was macht man als Gerüstbauer?
Bevor ein Maurer, Maler oder Dachdecker an einer Fassade arbeiten kann, brauchst er eine sichere Arbeitsplattform, und die baust du. Du transportierst Gerüstbauteile – Rohre, Rahmen, Beläge – zur Baustelle und montierst sie nach Plan zu Arbeits- oder Schutzgerüsten, oft mehrere Stockwerke hoch an einer Fassade oder rund um eine Halle. Dabei setzt du Verankerungen, die das Gerüst am Gebäude sichern, und prüfst die Standsicherheit, damit die Konstruktion auch bei Wind und Belastung stabil bleibt. Neben normalen Fassadengerüsten baust du gelegentlich Sonderkonstruktionen, etwa für Brücken oder Industrieanlagen, wo die Geometrie komplizierter ist und mehr Planung nötig wird. Ist die Arbeit an der Fassade abgeschlossen, baust du das Gerüst wieder ab, prüfst die Bauteile auf Schäden und lagerst sie fachgerecht für den nächsten Einsatz. Du arbeitest fast immer im Team, weil Auf- und Abbau ohne mehrere Hände nicht funktionieren.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, dual im Betrieb und in der Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du den sicheren Umgang mit Gerüstbauteilen, einfache Standgerüste und die Grundregeln der Arbeitssicherheit. Im zweiten Jahr übernimmst du komplexere Gerüstkonstruktionen, lernst Verankerungstechniken und die Prüfung der Standsicherheit. Im dritten Jahr arbeitest du an Sonderkonstruktionen mit, etwa an Brücken oder Industrieanlagen, und bereitest dich auf die Gesellenprüfung vor. Eine Zwischenprüfung im Verlauf der Ausbildung zeigt, ob der Ausbildungsstand zum jeweiligen Zeitpunkt passt.
Passt der Beruf zu dir?
Der Beruf passt zu dir, wenn du schwindelfrei bist, denn ein großer Teil der Arbeit findet in mehreren Metern Höhe statt. Kraft brauchst du, weil Gerüstbauteile schwer sind und über Stunden getragen und montiert werden müssen. Sicherheitsbewusstsein ist zentral, weil du nicht nur für dich selbst, sondern auch für alle verantwortlich bist, die später auf dem Gerüst arbeiten. Teamgeist ist ebenfalls wichtig, weil Auf- und Abbau eng abgestimmte Zusammenarbeit erfordert. In der Schule helfen dir Mathematik für Berechnungen von Lasten und Maßen, Physik für das Verständnis von Statik sowie Sport für die körperliche Fitness. Ehrlich gesagt: Die Arbeit findet ganzjährig im Freien statt, bei Kälte, Regen oder Hitze, und ist körperlich eine der anstrengendsten im Bauhandwerk.
Was du in der Ausbildung verdienst
Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.049 Euro im 1. Lehrjahr, 1.237 Euro im 2. Lehrjahr und 1.510 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.
Nach der Ausbildung
Nach der Gesellenprüfung liegt der Einstieg je nach Betrieb und Region ungefähr zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat. Wer sich weiterentwickeln will, kann Kolonnenführer oder Kolonnenführerin werden, den Gerüstbaumeister oder die Gerüstbaumeisterin ablegen oder eine Technikerausbildung in Bautechnik anschließen. Als Kolonnenführer übernimmst du die Verantwortung für ein Team auf der Baustelle.
Gut zu wissen
Die Ausbildung schließt mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab. Verwandt ist der Beruf mit dem Maurer- und dem Dachdeckerhandwerk, da man dort eng zusammenarbeitet, sowie mit dem Metallbauer, wenn es um den Umgang mit Metallkonstruktionen geht. Ohne Gerüstbauer könnten viele andere Bauberufe ihre Arbeit an Fassaden gar nicht erst beginnen, weshalb der Beruf trotz seiner Anstrengung eine tragende Rolle auf jeder größeren Baustelle spielt.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • Schwindelfreiheit
- • Kraft
- • Sicherheitsbewusstsein
- • Teamgeist
Wichtige Schulfächer
- • Mathematik
- • Physik
- • Sport
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Baustelle
- Fassade
- im Freien
Nach der Ausbildung
- Kolonnenführer/in
- Gerüstbaumeister/in
- Techniker/in Bautechnik
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Gerüstbauer/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Gerüstbauer/in?
Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.049 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.510 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 45.552 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Mathematik, Physik und Sport. Mitbringen solltest du vor allem Schwindelfreiheit, Kraft, Sicherheitsbewusstsein und Teamgeist.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Kolonnenführer/in, Gerüstbaumeister/in oder Techniker/in Bautechnik. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.