Fahrzeuge & Technik

Ausbildung als Fluglotse/Fluglotsin

Du überwachst und lenkst den Flugverkehr – eine anspruchsvolle Ausbildung bei der Flugsicherung mit strengem Auswahlverfahren.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.200 €
Vergütung 3. Jahr
1.400 €
Abschluss bei
Flugsicherung (DFS)

Das machst du in der Ausbildung

  • Flugzeuge im Luftraum staffeln und führen
  • Start- und Landefreigaben erteilen
  • Radarbilder und Flugpläne auswerten
  • Mit Piloten auf Englisch kommunizieren
  • In Sondersituationen schnell entscheiden

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Fluglotse/Fluglotsin während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.200 € / Monat

entspricht 14.400 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.300 € / Monat

entspricht 15.600 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.400 € / Monat

entspricht 16.800 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

46.800 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

5.000–7.000 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Fluglotse?

Wenn mehrere Flugzeuge gleichzeitig im selben Luftraum unterwegs sind, sorgst du dafür, dass sie sich niemals gefährlich nahekommen. Du staffelst und führst Flugzeuge im Luftraum oder auf dem Flughafen, erteilst Start- und Landefreigaben und behältst dabei ständig den Überblick über Radarbilder und Flugpläne. Die Kommunikation mit den Piloten läuft auf Englisch, der internationalen Sprache der Luftfahrt, und muss knapp, eindeutig und unter Zeitdruck fehlerfrei funktionieren. Der Arbeitsalltag ist geprägt von hoher Konzentration über lange Phasen, unterbrochen von Momenten, in denen es auf Sekunden ankommt: Wenn sich eine Situation zuspitzt, etwa durch schlechtes Wetter, technische Probleme an Bord oder ungeplante Ausweichmanöver, musst du in kürzester Zeit die richtige Entscheidung treffen. Je nach Einsatzbereich arbeitest du im Tower eines Flughafens, wo du Starts und Landungen direkt im Blickfeld hast, oder in einer Kontrollzentrale, in der du Flugzeuge im Streckenflug über größere Lufträume hinweg begleitest.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und findet bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) statt. Wichtig zu wissen: Das ist keine duale Ausbildung im klassischen Sinn mit Betrieb und Berufsschule, sondern eine eigenständige, sehr theorielastige Fachausbildung, für die es ein besonders strenges Auswahlverfahren gibt – mit Eignungstests, Assessment-Centern und einer flugmedizinischen Tauglichkeitsuntersuchung. Wer die Auswahl besteht, durchläuft an der DFS-Akademie zunächst umfangreiche theoretische Grundlagen zu Luftrecht, Meteorologie, Navigation und Flugsicherungsverfahren, gefolgt von intensivem Simulatortraining, in dem realistische Verkehrssituationen geübt werden. Im weiteren Verlauf der Ausbildung kommt die praktische Ausbildung an einem realen Tower oder in einer Kontrollzentrale unter Aufsicht erfahrener Lotsen dazu, bevor die vollständige Lizenzierung erfolgt. Die Ausbildung ist anspruchsvoll und mit einer hohen Abbruchquote verbunden, weil nicht jeder mit dem Tempo und dem Druck der Simulationen zurechtkommt.

Passt der Beruf zu dir?

Sehr gute Konzentration ist die Grundvoraussetzung, weil du über Stunden hinweg aufmerksam bleiben musst, auch wenn gerade wenig passiert. Stressresistenz brauchst du, weil sich die Lage jederzeit plötzlich zuspitzen kann und du dann ruhig und schnell zugleich reagieren musst. Räumliches Denken hilft dir, dir die Position mehrerer Flugzeuge im dreidimensionalen Luftraum vorzustellen, auch wenn du sie nur als Punkte auf einem Radarschirm siehst. Sicheres Englisch ist Pflicht, denn die gesamte Kommunikation mit Piloten läuft in dieser Sprache und lässt keinen Raum für Missverständnisse. In der Schule solltest du in Mathematik, Physik und Englisch stark sein, weil diese Fächer die Grundlage für Navigation, Streckenberechnung und die internationale Fachkommunikation bilden. Der Beruf ist nichts für Menschen, die unter Druck unsicher werden oder sich schwertun, Verantwortung für Entscheidungen mit weitreichenden Folgen zu übernehmen.

Was du in der Ausbildung verdienst

Während der Ausbildung erhältst du eine Vergütung von rund 1.200 Euro im ersten, etwa 1.300 Euro im zweiten und rund 1.400 Euro im dritten Jahr. Das sind Orientierungswerte für die Ausbildungszeit bei der DFS; die genaue Höhe kann sich je nach Ausbildungsjahrgang und Vertragskonditionen unterscheiden.

Nach der Ausbildung

Nach bestandener Lizenzierung steigst du mit einem außergewöhnlich hohen Einstiegsgehalt zwischen etwa 5.000 und 7.000 Euro brutto im Monat ein, das spiegelt die hohe Verantwortung und den intensiven Auswahl- und Ausbildungsprozess wider. Mit wachsender Erfahrung kannst du dich zum Ausbilder in der Flugsicherung weiterentwickeln und selbst Nachwuchslotsen trainieren, oder eine Position als Supervisor übernehmen, in der du den Betrieb einer Kontrollstelle mitverantwortest. Wer sich stärker in Richtung Planung und Management orientieren will, kann ein Studium im Luftverkehrsmanagement anschließen.

Gut zu wissen

Wegen der besonderen Verantwortung für die Sicherheit im Luftverkehr ist der Auswahlprozess deutlich strenger als bei den meisten anderen Ausbildungsberufen, und ein Großteil der Bewerberinnen und Bewerber scheitert bereits an den Eignungstests. Schichtdienst rund um die Uhr, auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen, gehört zum Berufsbild, weil der Flugverkehr nie vollständig ruht. Die hohe Bezahlung nach der Ausbildung ist auch eine Folge davon, dass der Beruf psychisch fordernd ist und volle Aufmerksamkeit ohne Ablenkung verlangt.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • sehr gute Konzentration
  • • Stressresistenz
  • • räumliches Denken
  • • sicheres Englisch

Wichtige Schulfächer

  • • Mathematik
  • • Physik
  • • Englisch

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Tower
  • Kontrollzentrale
  • Simulator

Nach der Ausbildung

  • Ausbilder/in in der Flugsicherung
  • Supervisor/in
  • Studium Luftverkehrsmanagement

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Fluglotse/Fluglotsin?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Fluglotse/Fluglotsin?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.200 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.400 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 46.800 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Mathematik, Physik und Englisch. Mitbringen solltest du vor allem sehr gute Konzentration, Stressresistenz, räumliches Denken und sicheres Englisch.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Ausbilder/in in der Flugsicherung, Supervisor/in oder Studium Luftverkehrsmanagement. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 5.000 und 7.000 Euro brutto im Monat.

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