Medien & Druck

Ausbildung als Film- und Videoeditor/in

Du schneidest Filme und Beiträge und bestimmst mit dem Schnitt, wie eine Geschichte wirkt.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.050 €
Vergütung 3. Jahr
1.230 €
Abschluss bei
IHK

Das machst du in der Ausbildung

  • Drehmaterial sichten und ordnen
  • Szenen schneiden und Rhythmus festlegen
  • Ton, Musik und Effekte einbinden
  • Farbkorrekturen durchführen
  • Fertige Beiträge ausspielen und archivieren

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Film- und Videoeditor/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.050 € / Monat

entspricht 12.600 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.130 € / Monat

entspricht 13.560 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.230 € / Monat

entspricht 14.760 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

40.920 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.500–3.300 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Film- und Videoeditor/in?

Nach einem Drehtag liegen oft mehrere Stunden Rohmaterial vor dir: verschiedene Einstellungen, mehrere Versuche derselben Szene, Interviews in voller Länge. Deine Aufgabe ist es, dieses Material zu sichten, zu ordnen und daraus eine Geschichte zu formen, die funktioniert. Du entscheidest, welche Einstellung wie lange zu sehen ist, wo ein harter Schnitt Spannung erzeugt und wo ein ruhigerer Rhythmus besser passt – der Schnitt bestimmt maßgeblich, wie ein Film oder Beitrag beim Publikum wirkt. Dazu bindest du Ton, Musik und Effekte ein, sodass Bild und Ton zusammenpassen, und führst Farbkorrekturen durch, damit einzelne Szenen einheitlich aussehen, auch wenn sie an unterschiedlichen Tagen oder mit unterschiedlichem Licht gedreht wurden. Am Ende spielst du den fertigen Beitrag in den passenden Formaten aus und archivierst das Projekt, damit später noch darauf zugegriffen werden kann.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und findet dual statt: Du arbeitest überwiegend am Schnittplatz eines Betriebs, etwa einer Produktionsfirma oder eines Senders, ergänzt durch die Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du die Grundlagen der Schnittsoftware, wie man Material sichtet und ordnet, und einfache Schnittaufgaben. Im zweiten Jahr kommen anspruchsvollere Projekte dazu, etwa das Einbinden von Ton und Musik sowie erste eigenständige Farbkorrekturen. Im dritten Jahr übernimmst du zunehmend eigene Schnittprojekte von der Materialsichtung bis zur fertigen Ausspielung und bereitest dich auf die Abschlussprüfung vor, die eine praktische Projektarbeit einschließt. Eine Zwischenprüfung nach der ersten Ausbildungshälfte überprüft den bisherigen Lernstand.

Passt der Beruf zu dir?

Ein Gespür für Dramaturgie ist die wichtigste Voraussetzung: Du musst erkennen, welche Szene eine Geschichte voranbringt und welche gestrichen werden kann, auch wenn sie schön anzusehen ist. Konzentration brauchst du, weil du oft viele Stunden am selben Projekt sitzt und dabei kleinste Details im Blick behalten musst. Gute Softwarekenntnisse sind unverzichtbar, denn moderne Schnittprogramme haben viele Funktionen, die du sicher beherrschen musst. Ausdauer ist ebenfalls wichtig, weil Deadlines in der Medienbranche oft eng sind und ein Beitrag kurzfristig noch einmal überarbeitet werden muss. Wer lieber selbst vor der Kamera steht oder sich für die technische Aufnahme statt die Nachbearbeitung interessiert, ist in einem anderen Medienberuf besser aufgehoben.

Was du in der Ausbildung verdienst

Als Orientierung: Im ersten Lehrjahr liegt die Vergütung bei etwa 1.050 Euro brutto im Monat, im zweiten bei rund 1.130 Euro und im dritten bei etwa 1.230 Euro. Wie viel du tatsächlich verdienst, hängt von Tarifbindung, Unternehmensgröße und Bundesland ab – in der Medienbranche gibt es hier deutliche Unterschiede zwischen großen Sendern und kleinen Produktionsfirmen. Unabhängig davon gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung als unterste Grenze.

Nach der Ausbildung

Nach der IHK-Prüfung liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen etwa 2.500 und 3.300 Euro brutto im Monat, je nach Arbeitgeber und Region. Viele Film- und Videoeditor/innen arbeiten zunächst befristet oder projektbezogen, was in der Medienbranche üblich ist, bevor sich eine feste Stelle ergibt. Mit Erfahrung kannst du dich auf bestimmte Formate spezialisieren, etwa Dokumentarfilm oder Werbung, oder eine Weiterbildung zum/zur Postproduction Supervisor machen, bei der du ganze Nachbearbeitungsprozesse leitest. Ein Studium im Bereich Film und Fernsehen ist ein weiterer möglicher Weg, wenn dich später auch die Regie oder Produktion interessiert.

Gut zu wissen

Der Beruf bedeutet viel Zeit am Bildschirm, oft in abgedunkelten Räumen, damit Farben korrekt beurteilt werden können. Termindruck kurz vor der Ausstrahlung oder Veröffentlichung eines Beitrags ist keine Ausnahme, sondern kommt regelmäßig vor, teils mit Arbeit bis spät in den Abend. Wer damit gut umgehen kann, bekommt dafür einen kreativen Beruf, in dem eigene Entscheidungen sichtbar das Ergebnis prägen.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Gespür für Dramaturgie
  • • Konzentration
  • • Softwarekenntnisse
  • • Ausdauer

Wichtige Schulfächer

  • • Kunst
  • • Deutsch
  • • Informatik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Schnittplatz
  • Produktionsfirma
  • Sender

Nach der Ausbildung

  • Cutter/in mit Spezialisierung
  • Postproduction Supervisor
  • Studium Film und Fernsehen

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Film- und Videoeditor/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Film- und Videoeditor/in?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.050 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.230 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 40.920 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Kunst, Deutsch und Informatik. Mitbringen solltest du vor allem Gespür für Dramaturgie, Konzentration, Softwarekenntnisse und Ausdauer.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Cutter/in mit Spezialisierung, Postproduction Supervisor oder Studium Film und Fernsehen. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.500 und 3.300 Euro brutto im Monat.

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