Das machst du in der Ausbildung
- Rümpfe und Aufbauten fertigen
- Laminate verarbeiten und Oberflächen bearbeiten
- Motoren, Elektrik und Ausrüstung einbauen
- Boote warten, konservieren und reparieren
- Schäden begutachten und instand setzen
Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr
So viel bekommst du als Bootsbauer/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 9.600 € im Jahr
entspricht 10.560 € im Jahr
entspricht 11.760 € im Jahr
entspricht 12.600 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
38.220 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.600–3.200 €
Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
Was macht man als Bootsbauer/in?
Ein Boot muss dicht sein, das Wasser aushalten und trotzdem möglichst leicht bleiben – ein Balanceakt, den du in der Werft von Grund auf mitgestaltest. Du fertigst Rümpfe und Aufbauten aus Holz, Kunststoff oder Metall, je nachdem, welches Material für das jeweilige Boot geeignet ist. Bei Kunststoffbooten verarbeitest du Laminate, schichtest Glasfasermatten mit Harz und bearbeitest die Oberflächen, bis sie glatt und formstabil sind. Neben dem reinen Bootskörper baust du Motoren, Elektrik und weitere Ausrüstung ein, vom Navigationsgerät bis zur Beleuchtung. Ein großer Teil deiner Arbeit ist zudem die Wartung: Boote müssen konserviert, regelmäßig gepflegt und nach der Saison eingewintert werden. Wenn ein Boot einen Schaden hat, etwa nach einer Grundberührung oder einem Unwetter, begutachtest du den Schaden und setzt ihn instand, oft unter Zeitdruck vor der nächsten Saison.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert 42 Monate, also dreieinhalb Jahre, und läuft dual zwischen Werft und Berufsschule. Im ersten Lehrjahr lernst du Grundlagen der Holz- und Materialbearbeitung sowie einfache Reparaturarbeiten. Im zweiten Jahr kommen Laminierarbeiten und der Bau kleinerer Bauteile dazu. Im dritten Jahr vertiefst du den Bau ganzer Rümpfe und den Einbau von Technik, im angefangenen vierten Lehrjahr übernimmst du zunehmend eigenständig komplexe Reparaturen und Neubauprojekte. Eine Zwischenprüfung findet in der Mitte der Ausbildung statt, den Abschluss bildet die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.
Passt der Beruf zu dir?
Handwerkliches Geschick ist die Grundlage, denn viele Arbeitsschritte entstehen von Hand und verlangen Präzision. Genauigkeit entscheidet darüber, ob ein Rumpf wirklich dicht und formstabil wird. Materialgefühl hilft dir, Holz, Kunststoff und Metall jeweils richtig zu bearbeiten, Ausdauer brauchst du bei langwierigen Laminier- und Schleifarbeiten. Die Fächer Technik/Werken, Physik und Mathematik passen gut zu den Anforderungen im Beruf. Ehrlich dazu gehört: Die Arbeit mit Harzen und Lösungsmitteln erfordert konsequenten Atem- und Hautschutz, die Saisonarbeit bedeutet, dass vor dem Sommer oft Überstunden anfallen, während im Winter die Auftragslage ruhiger sein kann.
Was du in der Ausbildung verdienst
Die tarifliche Ausbildungsvergütung liegt bei etwa 800 Euro im ersten, 880 Euro im zweiten, 980 Euro im dritten und 1050 Euro im vierten Lehrjahr. Diese Werte sind Orientierungswerte, denn Tarifbindung, Betriebsgröße und Bundesland beeinflussen die tatsächliche Höhe. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung bildet dabei die Untergrenze.
Nach der Ausbildung
Mit deinem HWK-Abschluss steigst du mit etwa 2600 bis 3200 Euro brutto ein, abhängig von Werft und Region. Die Meisterprüfung im Bootsbauerhandwerk eröffnet dir den Weg zur Betriebsführung oder Selbstständigkeit. Auch eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in Schiffbautechnik oder ein Studium im Schiffbau stehen offen, besonders für Positionen in Konstruktion und Entwicklung.
Gut zu wissen
Bootsbau ist ein Nischenhandwerk mit starkem Bezug zum Wasser und zur Freizeitschifffahrt, aber auch zur professionellen Schifffahrt. Wer sich stärker auf Möbel und Innenausbau statt Boote spezialisieren möchte, findet mit Tischler/in eine verwandte Alternative, während Konstruktionsmechaniker/in eher im industriellen Metallbau arbeitet.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • handwerkliches Geschick
- • Genauigkeit
- • Materialgefühl
- • Ausdauer
Wichtige Schulfächer
- • Technik/Werken
- • Physik
- • Mathematik
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Werft
- Bootshalle
- Hafen
Nach der Ausbildung
- Bootsbauermeister/in
- Techniker/in Schiffbautechnik
- Studium Schiffbau
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Bootsbauer/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Bootsbauer/in?
Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 800 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.050 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 38.220 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Technik/Werken, Physik und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem handwerkliches Geschick, Genauigkeit, Materialgefühl und Ausdauer.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Bootsbauermeister/in, Techniker/in Schiffbautechnik oder Studium Schiffbau. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.