Bau & Ausbau

Ausbildung als Zimmerer/Zimmerin

Du arbeitest mit Holz im großen Maßstab: Dachstühle, Holzhäuser und Carports entstehen von der Abbundhalle bis zur Montage auf dem Dach.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.070 €
Vergütung 3. Jahr
1.527 €
Abschluss bei
HWK

Das machst du in der Ausbildung

  • Holzbauteile nach Plan abbinden und zuschneiden
  • Dachstühle aufrichten und Dachflächen schalen
  • Wände und Decken in Holzrahmenbauweise fertigen
  • Dämmung und Bauteile für Bauphysik fachgerecht einbauen
  • Altbauten sanieren und Balken austauschen

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Zimmerer/Zimmerin während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.070 € / Monat

entspricht 12.840 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.281 € / Monat

entspricht 15.372 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.527 € / Monat

entspricht 18.324 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

46.536 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.600–3.300 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Zimmerer/Zimmerin?

Bevor ein Dachstuhl auf einem Neubau steht, wird er meist in der Abbundhalle vorgefertigt: Du liest die Baupläne, misst und sägst die Holzbalken auf Maß und fügst sie zu passgenauen Bauteilen zusammen. Auf der Baustelle wird der Dachstuhl dann aufgerichtet und die Dachfläche geschalt, oft in großer Höhe und mit schwerem Gerät. Neben klassischen Dächern baust du auch ganze Wände und Decken in Holzrahmenbauweise, wie sie bei modernen Holzhäusern üblich sind, und sorgst dafür, dass Dämmung und weitere Bauteile fachgerecht eingebaut werden, damit ein Gebäude später warm und trocken bleibt. Auch die Sanierung von Altbauten gehört dazu: Morsche Balken werden ausgetauscht, alte Dachstühle instand gesetzt. Deine Arbeit findet also sowohl in der Werkstatt als auch im Freien statt, häufig auf dem Dach.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und ist dual organisiert: Betrieb und Berufsschule wechseln sich ab. Im ersten Lehrjahr lernst du grundlegende Holzbearbeitung, den Umgang mit Handwerkzeugen und Maschinen sowie erste Abbundarbeiten. Im zweiten Jahr kommen komplexere Konstruktionen dazu, etwa das Aufrichten von Dachstühlen und der Bau von Wänden in Holzrahmenbauweise, außerdem lernst du mehr über Statik und Bauphysik. Im dritten Jahr übernimmst du zunehmend eigenständig Bauabschnitte, etwa bei der Altbausanierung, und bereitest dich auf die Gesellenprüfung vor. Nach etwa der Hälfte der Ausbildung steht eine Zwischenprüfung an, die zeigt, ob die Grundlagen aus dem ersten Jahr sitzen.

Passt der Beruf zu dir?

Schwindelfreiheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, denn du arbeitest regelmäßig in größerer Höhe auf Dächern und Gerüsten. Handwerkliches Geschick brauchst du beim präzisen Zuschneiden und Zusammenfügen der Holzbauteile, räumliches Denken beim Übertragen von Bauplänen in dreidimensionale Konstruktionen. Weil du auf der Baustelle Verantwortung für die Statik eines Bauteils trägst, solltest du sorgfältig und zuverlässig arbeiten – ein Fehler beim Dachstuhl kann später teuer werden. Der Beruf ist körperlich fordernd: Du hebst und trägst schwere Balken, arbeitest bei Wind und Wetter draußen und musst auch bei Kälte oder Hitze konzentriert bleiben. Wer lieber ausschließlich in geschlossenen, temperierten Räumen arbeitet, sollte das vorher bedenken.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 1.070 Euro im 1. Lehrjahr, 1.281 Euro im 2. Lehrjahr und 1.527 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen etwa 2.600 und 3.300 Euro brutto im Monat, abhängig vom Betrieb und der Region. Zimmerleute werden im Holzbau gesucht, auch weil energieeffizientes Bauen mit Holz zunimmt. Als nächster Schritt bietet sich eine Weiterbildung zum/zur Vorarbeiter/in an, mit mehr Erfahrung die Zimmerermeisterprüfung, mit der du selbst ausbilden und einen Betrieb leiten kannst. Auch eine Weiterbildung zum/zur Holztechniker/in oder ein Studium im Bereich Holzbau oder Architektur sind möglich, wenn dich Planung stärker interessiert als die Arbeit auf der Baustelle.

Gut zu wissen

Die Arbeit im Freien bedeutet auch Arbeit bei jedem Wetter – nicht jeder Auftrag lässt sich verschieben, nur weil es regnet oder kalt ist. Zudem sind Baustellen manchmal weiter entfernt vom Wohnort, sodass frühes Aufstehen und längere Anfahrtswege zum Alltag gehören können. Wer diese Seiten des Berufs in Kauf nimmt, bekommt dafür einen Beruf, bei dem am Ende des Tages sichtbar ist, was entstanden ist.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Schwindelfreiheit
  • • handwerkliches Geschick
  • • räumliches Denken
  • • Verantwortungsbewusstsein

Wichtige Schulfächer

  • • Mathematik
  • • Technik/Werken
  • • Physik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Baustelle und Dach
  • Abbundhalle
  • im Freien

Nach der Ausbildung

  • Vorarbeiter/in
  • Zimmerermeister/in
  • Holztechniker/in
  • Studium Holzbau/Architektur

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Zimmerer/Zimmerin?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Zimmerer/Zimmerin?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 1.070 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.527 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 46.536 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Mathematik, Technik/Werken und Physik. Mitbringen solltest du vor allem Schwindelfreiheit, handwerkliches Geschick, räumliches Denken und Verantwortungsbewusstsein.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Vorarbeiter/in, Zimmerermeister/in, Holztechniker/in oder Studium Holzbau/Architektur. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.300 Euro brutto im Monat.

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