Das machst du in der Ausbildung
- Dämmschichten an Rohrleitungen und Bauteilen anbringen
- Blech- und Kunststoffummantelungen zuschneiden und montieren
- Schallschutzverkleidungen und Brandschutzabschottungen einbauen
- Kältedämmungen dampfdicht ausführen
- Aufmaße nehmen und Materialbedarf berechnen
Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr
So viel bekommst du als Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 12.000 € im Jahr
entspricht 14.760 € im Jahr
entspricht 17.940 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
44.700 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
2.600–3.200 €
Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
Was macht man als Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer?
In jedem größeren Gebäude laufen Heizungs-, Lüftungs- und Kälteleitungen durch Keller, Schächte und Technikzentralen – und ohne Dämmung würde ein erheblicher Teil der Energie unterwegs verloren gehen. Du bringst die passenden Dämmschichten an Rohrleitungen, Kanälen, Kesseln und Bauteilen an, von Mineralwolle über Schaumstoffe bis zu Spezialmaterialien für hohe Temperaturen. Über die Dämmung montierst du Ummantelungen aus Blech oder Kunststoff, die du vorher selbst zuschneidest, kantest und formst, damit sie auch um Bögen, Ventile und Übergänge herum sauber sitzen und die Dämmung dauerhaft schützen. Ein zweiter Teil deiner Arbeit ist der Schallschutz: Du verkleidest laute Lüftungsanlagen, Pumpen und Leitungen so, dass der Lärm nicht in die dahinterliegenden Räume dringt. Dort, wo Leitungen durch Wände und Decken zwischen Brandabschnitten laufen, baust du Brandschutzabschottungen ein, die im Ernstfall verhindern, dass sich Feuer und Rauch entlang der Leitung ausbreiten. Bei Kälteanlagen kommt es besonders genau darauf an: Die Dämmung muss dampfdicht ausgeführt sein, sonst schlägt sich Feuchtigkeit im Material nieder und die Leitung korrodiert von innen. Bevor überhaupt Material bestellt wird, nimmst du Aufmaße an den Leitungen und berechnest daraus, wie viel Dämmstoff und Blech tatsächlich gebraucht wird.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und ist eine Stufenausbildung der Bauwirtschaft: Die ersten beiden Jahre entsprechen der Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter beziehungsweise zur Ausbaufacharbeiterin mit dem Schwerpunkt Wärme-, Kälte- und Schallschutzarbeiten, danach folgt das dritte Jahr mit der Spezialisierung. Gelernt wird dual im Betrieb, in der Berufsschule und zusätzlich in überbetrieblichen Ausbildungszentren, in denen du Techniken unter Anleitung üben kannst, bevor sie auf der Baustelle gefragt sind. Im ersten Jahr geht es um Baustellenorganisation, Werkzeuge, Dämmstoffe und einfache Dämm- und Blecharbeiten, im zweiten um komplexere Bauteile, Schallschutz und die Zwischenprüfung. Im dritten Jahr arbeitest du an anspruchsvollen Kälte- und Brandschutzdämmungen, übernimmst eigene Aufmaße und bereitest dich auf die Gesellenprüfung vor. Ausgebildet wird sowohl im Handwerk als auch in der Industrie, entsprechend legst du die Prüfung vor der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer ab.
Passt der Beruf zu dir?
Handwerkliches Geschick ist die wichtigste Voraussetzung, weil Dämmstoff und Blech an Rohrbögen, Ventilen und Anlagenteilen exakt angepasst werden müssen – gerade Flächen sind eher die Ausnahme. Sorgfalt zahlt sich unmittelbar aus: Eine Lücke in der Dämmung ist eine Wärmebrücke, eine undichte Dampfsperre führt bei Kälteleitungen zu Kondenswasser und Schäden, und eine schlecht ausgeführte Brandschutzabschottung ist im Ernstfall lebensgefährlich. Schwindelfreiheit brauchst du, weil ein großer Teil der Leitungen unter Decken, auf Gerüsten oder auf Hebebühnen liegt. Körperliche Belastbarkeit gehört ebenfalls dazu, denn du arbeitest viel über Kopf, in engen Schächten und auf wechselnden Baustellen. In der Schule helfen dir Mathematik für Aufmaß und Materialberechnung, Physik für das Verständnis von Wärme, Feuchte und Schall sowie Technik oder Werken. Ehrlich gesagt: Mineralwolle und Baustaub verlangen konsequenten Schutz von Haut und Atemwegen, und die Arbeitsorte sind oft laut, eng und im Rohbau ungeheizt.
Was du in der Ausbildung verdienst
Als Orientierung liegt die Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr bei etwa 1000 Euro brutto im Monat, im zweiten bei rund 1230 Euro und im dritten bei rund 1495 Euro. Der Beruf gehört zum Bauhauptgewerbe, das im Vergleich der Ausbildungsberufe überdurchschnittlich zahlt – die tatsächliche Höhe hängt aber von Tarifbindung, Betriebsgröße und Bundesland ab. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung darf in keinem Fall unterschritten werden.
Nach der Ausbildung
Nach der Gesellenprüfung liegt der Einstieg nach Orientierungswerten meist zwischen etwa 2600 und 3200 Euro brutto im Monat. Arbeit gibt es bei Isolierbetrieben, im technischen Gebäudeausbau, bei Anlagenbauern und Industrieservice-Firmen – und weil energetische Sanierung, Wärmepumpen und Kältetechnik weiter zunehmen, ist die Nachfrage stabil. Mit der Meisterprüfung im Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer-Handwerk kannst du ausbilden und einen eigenen Betrieb führen. Als Technikerin oder Techniker Bautechnik gehst du Richtung Arbeitsvorbereitung und Planung, als Bauleiter oder Bauleiterin übernimmst du ganze Projekte. Eine Weiterbildung zum Energieberater oder zur Energieberaterin liegt fachlich nah, weil du täglich mit Wärmeverlusten und Dämmwerten zu tun hast.
Gut zu wissen
Die Berufsbezeichnung klingt sperrig, beschreibt aber genau die drei Aufgabenbereiche: Wärme, Kälte und Schall. Wichtig für die Suche nach einem Ausbildungsplatz ist der Unterschied zu zwei ähnlichen Berufen. Der Industrie-Isolierer beziehungsweise die Industrie-Isoliererin ist ein eigener Ausbildungsberuf der Isolier-Industrie und arbeitet fast ausschließlich in Kraftwerken, Chemieanlagen und Raffinerien; er baut auf der zweijährigen Ausbildung zum Isolierfacharbeiter auf. Dieser Beruf hier gehört dagegen zur Bauwirtschaft, baut auf dem Ausbaufacharbeiter auf und deckt neben Industrieanlagen auch den technischen Gebäudeausbau ab. Wenn du dich nach zwei Jahren umentscheidest, ist die Zeit nicht verloren: Der Abschluss als Ausbaufacharbeiter ist ein anerkannter Berufsabschluss und lässt sich auch auf andere Ausbaugewerke wie Trockenbau oder Estrich fortsetzen.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • handwerkliches Geschick
- • Sorgfalt
- • Schwindelfreiheit
- • körperliche Belastbarkeit
Wichtige Schulfächer
- • Mathematik
- • Physik
- • Technik/Werken
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Baustelle
- Gebäudetechnikzentrale
- Industrieanlage
Nach der Ausbildung
- Meister/in Wärme-, Kälte- und Schallschutz
- Techniker/in Bautechnik
- Energieberater/in
- Bauleiter/in
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/in?
Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.000 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.495 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 44.700 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Mathematik, Physik und Technik/Werken. Mitbringen solltest du vor allem handwerkliches Geschick, Sorgfalt, Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Meister/in Wärme-, Kälte- und Schallschutz, Techniker/in Bautechnik, Energieberater/in oder Bauleiter/in. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.600 und 3.200 Euro brutto im Monat.