Handwerk & Gestaltung

Ausbildung als Schornsteinfeger/in

Du kehrst Schornsteine, prüfst Heizungsanlagen auf Sicherheit und Umweltverträglichkeit und sorgst für Brandschutz in Gebäuden.

Dauer
3 Jahre
Vergütung 1. Jahr
902 €
Vergütung 3. Jahr
1.102 €
Abschluss bei
HWK

Das machst du in der Ausbildung

  • Kamine, Schornsteine und Feuerstätten kehren
  • Abgaswege auf Zug und Dichtheit prüfen
  • Immissionsschutzmessungen an Heizungsanlagen durchführen
  • Bauabnahmen von Feuerstätten und Lüftungsanlagen begleiten
  • Brandschutz- und Sicherheitsmängel dokumentieren

Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr

So viel bekommst du als Schornsteinfeger/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 902 € / Monat

entspricht 10.824 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.003 € / Monat

entspricht 12.036 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.102 € / Monat

entspricht 13.224 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

36.084 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.400–3.000 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung laut Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Stand 1. Oktober 2025. In Betrieben ohne Tarifbindung liegt sie häufig darunter, unterschritten werden darf die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Auch Bundesland und Betriebsgröße machen einen Unterschied.

Was macht man als Schornsteinfeger?

Der Beruf hat mit dem klassischen Bild des Kaminkehrers nur noch teilweise zu tun. Klar, du kehrst weiterhin Schornsteine und Feuerstätten und entfernst Ruß und Ablagerungen. Der größere Teil der Arbeit dreht sich heute aber um Sicherheit und Umweltschutz: Du prüfst, ob Abgaswege dicht sind und Heizungsanlagen ordnungsgemäß funktionieren, misst Emissionswerte von Öl-, Gas- und Holzheizungen und kontrollierst, ob sie die gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Bei Neubauten oder Umbauten nimmst du Feuerstätten und Lüftungsanlagen ab, bevor sie in Betrieb gehen dürfen. Stellst du Mängel fest, die den Brandschutz gefährden, musst du das dokumentieren und die Eigentümer informieren – notfalls auch gegen deren Willen, denn ein Teil deiner Arbeit ist hoheitlich geregelt. Du bist also nicht nur Handwerker, sondern übernimmst auch Kontrollaufgaben im öffentlichen Interesse.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft dual, also im Betrieb und in der Berufsschule. Im ersten Jahr lernst du grundlegende Kehr- und Reinigungstechniken sowie den sicheren Umgang mit Werkzeug und Schutzausrüstung für Arbeiten auf dem Dach. Im zweiten Jahr kommen Mess- und Prüftechniken für Heizungsanlagen sowie die rechtlichen Grundlagen des Immissionsschutzes dazu. Im dritten Jahr vertiefst du dich in Brandschutzprüfungen, Bauabnahmen und die Beratung von Kundinnen und Kunden zu energieeffizienten Heizsystemen. Zwischen zweitem und drittem Lehrjahr steht eine Zwischenprüfung an, am Ende die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer.

Passt der Beruf zu dir?

Du musst schwindelfrei sein und dir vorstellen können, regelmäßig auf Dächern und in Höhen zu arbeiten, oft bei jedem Wetter. Körperliche Fitness ist wichtig, weil enge Schornsteine und schwere Ausrüstung anstrengend sein können. Gleichzeitig brauchst du Verantwortungsbewusstsein, denn deine Prüfungen entscheiden mit über die Sicherheit von Gebäuden. Im direkten Kundenkontakt solltest du freundlich, aber auch bestimmt auftreten können, weil du manchmal unangenehme Nachrichten überbringen musst, etwa wenn eine Heizung ausgetauscht werden muss. Wer Höhenangst hat oder ungern körperlich arbeitet, sollte sich den Beruf gut überlegen.

Was du in der Ausbildung verdienst

Die Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) weist für diesen Beruf durchschnittlich 902 Euro im 1. Lehrjahr, 1.003 Euro im 2. Lehrjahr und 1.102 Euro im 3. Lehrjahr aus, jeweils brutto im Monat. Das sind Werte aus tarifgebundenen Betrieben – ohne Tarifbindung zahlen Betriebe häufig weniger, unterschreiten dürfen sie die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung aber nie. Je nach Bundesland und Betriebsgröße fällt die Vergütung ebenfalls unterschiedlich aus.

Nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung arbeitest du zunächst als Geselle oder Gesellin in einem Schornsteinfegerbetrieb, der Einstieg liegt meist zwischen 2.400 und 3.000 Euro brutto im Monat. Wer später als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger oder Bezirksschornsteinfegerin arbeiten möchte, muss die Meisterprüfung ablegen, die auch Voraussetzung für die Selbstständigkeit ist. Weitere Wege führen über eine Weiterbildung zum Gebäudeenergieberater oder zur Gebäudeenergieberaterin, in Richtung Techniker für Umweltschutztechnik oder mit entsprechender Vorbildung in ein Studium der Versorgungstechnik.

Gut zu wissen

Anders als in vielen anderen Handwerksberufen hat der Schornsteinfegerberuf hoheitliche Aufgaben, die gesetzlich geregelt sind – etwa die Kehrbezirke und die Pflicht zu bestimmten Prüfungen. Das gibt dem Beruf eine gewisse Jobsicherheit, weil die Nachfrage nicht wegbricht, auch wenn sich Heiztechnik wandelt. Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild durch den Umstieg auf Wärmepumpen und andere Heizsysteme spürbar, sodass technisches Interesse an neuen Anlagen zunehmend wichtiger wird.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Schwindelfreiheit
  • • körperliche Fitness
  • • Verantwortungsbewusstsein
  • • Kundenfreundlichkeit

Wichtige Schulfächer

  • • Physik
  • • Chemie
  • • Mathematik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • auf Dächern
  • Heizungskeller
  • Kundenbesuche im Außendienst

Nach der Ausbildung

  • Schornsteinfegermeister/in
  • Gebäudeenergieberater/in
  • Techniker/in Umweltschutztechnik
  • Studium Versorgungstechnik

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Schornsteinfeger/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Schornsteinfeger/in?

Nach der BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025) sind es im 1. Lehrjahr rund 902 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.102 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 36.084 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Physik, Chemie und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem Schwindelfreiheit, körperliche Fitness, Verantwortungsbewusstsein und Kundenfreundlichkeit.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Schornsteinfegermeister/in, Gebäudeenergieberater/in, Techniker/in Umweltschutztechnik oder Studium Versorgungstechnik. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.400 und 3.000 Euro brutto im Monat.

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