Das machst du in der Ausbildung
- Notfallpatienten untersuchen und versorgen
- Lebensrettende Maßnahmen durchführen
- Medikamente nach Vorgabe verabreichen
- Transporte in die Klinik begleiten
- Einsätze dokumentieren und Fahrzeuge einsatzbereit halten
Gehalt im 1. bis 3. Lehrjahr
So viel bekommst du als Notfallsanitäter/in während der Ausbildung – brutto im Monat.
entspricht 16.080 € im Jahr
entspricht 16.800 € im Jahr
entspricht 18.000 € im Jahr
Gesamt über die Ausbildung
50.880 €
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
3.200–3.900 €
Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
Was macht man als Notfallsanitäter/in?
Wenn der Rettungswagen bei einem Unfall oder einem medizinischen Notfall eintrifft, bist du meist die erste Fachkraft, die den Patienten untersucht und die Situation einschätzt. Du prüfst Vitalwerte wie Puls, Blutdruck und Atmung, erkennst lebensbedrohliche Zustände und leitest lebensrettende Maßnahmen ein, von der Reanimation bis zur Blutstillung. Nach ärztlicher Vorgabe oder in eng definierten Situationen verabreichst du auch Medikamente, etwa Schmerzmittel oder Infusionen. Anschließend übernimmst du den Transport in die Klinik, überwachst den Patienten während der Fahrt weiter und übergibst ihn strukturiert an das Krankenhauspersonal. Nach jedem Einsatz dokumentierst du den Verlauf sorgfältig, weil diese Angaben rechtlich relevant sind und die weitere Behandlung erleichtern, und sorgst dafür, dass Fahrzeug und Ausrüstung wieder vollständig einsatzbereit sind. Kein Einsatz gleicht dem anderen, von Verkehrsunfällen über Herzinfarkte bis zu psychiatrischen Notfällen ist alles möglich.
So läuft die Ausbildung ab
Die Ausbildung dauert 36 Monate, also drei Jahre, und ist bundesweit einheitlich im Notfallsanitätergesetz geregelt – sie unterscheidet sich damit strukturell von klassischen dualen IHK-Ausbildungen. Du lernst an drei Orten: einer Rettungsdienstschule, in Kliniken und auf einer Lehrrettungswache, wo du unter Anleitung erfahrener Kolleginnen und Kollegen echte Einsätze begleitest. Im ersten Jahr stehen medizinische Grundlagen, Anatomie und einfache Versorgungsmaßnahmen im Vordergrund. Im zweiten Jahr vertiefst du dich in komplexere Notfallbilder und übernimmst zunehmend eigenständig Aufgaben im Einsatz. Im dritten Jahr bereitest du dich gezielt auf die staatliche Abschlussprüfung vor, die aus schriftlichen, mündlichen und praktischen Teilen besteht und deutlich anspruchsvoller ist als bei den meisten anderen Ausbildungsberufen.
Passt der Beruf zu dir?
Stressresistenz ist entscheidend, weil du in Notfällen unter Zeitdruck und teils belastenden Eindrücken schnelle, richtige Entscheidungen treffen musst. Teamgeist ist wichtig, denn im Rettungswagen und am Einsatzort arbeitest du eng mit Kolleginnen, Kollegen und Ärztinnen und Ärzten zusammen, oft unter hohem Koordinationsdruck. Körperliche Fitness brauchst du, weil du Patienten heben und tragen musst, teils unter schwierigen Bedingungen. Der Dienst läuft in Schichten rund um die Uhr, auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen – das solltest du realistisch einplanen. Wer belastbar ist, gerne unter Druck handelt und Verantwortung für Menschenleben übernehmen möchte, findet hier einen anspruchsvollen, aber sinnstiftenden Beruf.
Was du in der Ausbildung verdienst
Als Orientierung: Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Vergütung bei etwa 1.340 Euro brutto im Monat, im zweiten bei rund 1.400 Euro und im dritten bei etwa 1.500 Euro. Das sind Richtwerte, die je nach Träger, etwa Rettungsdienst, Hilfsorganisation oder Klinik, sowie nach Region und Tarifbindung variieren; sie liegen erkennbar über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung, wie es bei tarifgebundenen Trägern im Gesundheitswesen üblich ist. Nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt zwischen etwa 3.200 und 3.900 Euro brutto rechnen, was im Vergleich zu vielen anderen Ausbildungsberufen überdurchschnittlich ist.
Nach der Ausbildung
Nach dem Abschluss arbeitest du auf Rettungswachen im Rettungsdienst, oft bei Hilfsorganisationen, kommunalen Trägern oder privaten Anbietern. Über eine Weiterbildung zum Praxisanleiter oder zur Praxisanleiterin gibst du dein Wissen an neue Auszubildende weiter. Mit mehr Erfahrung kannst du dich zum Organisatorischen Leiter oder zur Organisatorischen Leiterin Rettungsdienst weiterbilden und bei Großschadenslagen Einsätze koordinieren. Mit entsprechender Vorbildung ist auch ein Studium des Notfallmanagements möglich, das zu leitenden Positionen in Rettungsdiensten oder Krankenhäusern führt.
Gut zu wissen
Der Beruf ist eng verwandt mit dem Pflegefachmann, dem Feuerwehrmann und dem medizinischen Fachangestellten, mit denen es fachliche Überschneidungen gibt. Weil die Ausbildung bundesweit einheitlich geregelt ist, sind die Inhalte überall vergleichbar, auch wenn einzelne Träger unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Der Beruf gilt wegen des Personalbedarfs im Rettungsdienst als zukunftssicher, verlangt aber auch psychische Stabilität im Umgang mit belastenden Einsätzen.
Das solltest du mitbringen
Stärken
- • Stressresistenz
- • schnelle Entscheidungen
- • Teamgeist
- • körperliche Fitness
Wichtige Schulfächer
- • Biologie
- • Chemie
- • Sport
Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.
Wo du arbeitest
- Rettungswache
- Einsatzort
- Rettungswagen
Nach der Ausbildung
- Praxisanleiter/in
- Organisatorische/r Leiter/in Rettungsdienst
- Studium Notfallmanagement
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung als Notfallsanitäter/in?
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre (36 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Was verdient man in der Ausbildung als Notfallsanitäter/in?
Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.340 Euro brutto im Monat, im 3. Lehrjahr rund 1.500 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 50.880 Euro zusammen.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Biologie, Chemie und Sport. Mitbringen solltest du vor allem Stressresistenz, schnelle Entscheidungen, Teamgeist und körperliche Fitness.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Typische Wege sind Praxisanleiter/in, Organisatorische/r Leiter/in Rettungsdienst oder Studium Notfallmanagement. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 3.200 und 3.900 Euro brutto im Monat.