Gesundheit & Pflege

Ausbildung als Hebamme

Du begleitest Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett – seit 2020 als duales Studium mit hohem Praxisanteil.

Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
1.340 €
Vergütung 4. Jahr
1.560 €
Abschluss bei
Hebammengesetz (duales Studium)

Das machst du in der Ausbildung

  • Schwangere beraten und Vorsorge durchführen
  • Geburten begleiten und leiten
  • Mutter und Kind im Wochenbett betreuen
  • Stillberatung und Rückbildung anleiten
  • Verläufe dokumentieren und mit Ärzten abstimmen

Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr

So viel bekommst du als Hebamme während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 1.340 € / Monat

entspricht 16.080 € im Jahr

2. Lehrjahr 1.400 € / Monat

entspricht 16.800 € im Jahr

3. Lehrjahr 1.500 € / Monat

entspricht 18.000 € im Jahr

4. Lehrjahr 1.560 € / Monat

entspricht 18.720 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

60.240 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

3.300–4.000 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Hebamme?

Du begleitest Frauen und ihre Familien durch eine der einschneidendsten Phasen ihres Lebens: Schwangerschaft, Geburt und die ersten Wochen danach. In der Vorsorge berätst du Schwangere zu Ernährung, Beschwerden und dem Verlauf der Schwangerschaft und untersuchst, ob sich Mutter und Kind gut entwickeln. Bei der Geburt leitest du normale Verläufe eigenständig, überwachst den Fortschritt und triffst in kritischen Momenten schnelle Entscheidungen, auch wenn du dabei eng mit Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeitest. Nach der Geburt betreust du Mutter und Kind im Wochenbett, gibst Stillberatung und leitest zur Rückbildung an. Vieles, was du erlebst, dokumentierst du sorgfältig, damit der Verlauf für alle Beteiligten nachvollziehbar bleibt.

So läuft die Ausbildung ab

Seit 2020 ist der Zugang zum Hebammenberuf ein duales Studium und keine klassische betriebliche Ausbildung mehr. Du studierst dreieinhalb Jahre an einer Hochschule und sammelst parallel dazu einen hohen Praxisanteil in Kreißsälen, auf Wochenbettstationen, in Geburtshäusern und bei freiberuflichen Hebammen. Statt Berufsschule besuchst du Vorlesungen und Seminare, statt Zwischenprüfung gibt es Modul- und Studienprüfungen über das gesamte Studium verteilt. In den ersten Semestern stehen Grundlagen aus Medizin und Hebammenwissenschaft im Vordergrund, später übernimmst du unter Anleitung immer mehr eigenständige Aufgaben bei Vorsorge, Geburt und Wochenbett. Das Studium schließt mit einer staatlichen Prüfung und einem Bachelorabschluss ab, geregelt im Hebammengesetz.

Passt der Beruf zu dir?

Der Beruf passt zu dir, wenn du Verantwortung übernehmen kannst, auch wenn eine Situation unerwartet verläuft. Ruhe in Ausnahmesituationen ist wichtig, weil Geburten nicht immer nach Plan laufen und du auch bei Komplikationen besonnen handeln musst. Empathie hilft dir im Umgang mit Frauen und Familien in einer emotional aufgeladenen Zeit, ohne dass du dabei den fachlichen Blick verlierst. Belastbarkeit brauchst du für lange, unregelmäßige Dienste, denn Geburten halten sich nicht an Arbeitszeiten. Wenn dich Nachtdienste, Rufbereitschaft und der Anblick von Blut grundsätzlich abschrecken, ist das ein ehrlicher Punkt, den du vor der Entscheidung klären solltest.

Was du in der Ausbildung verdienst

Da es sich um ein praxisintegrierendes duales Studium handelt, erhältst du von deinem Praxispartner, meist einer Klinik, eine Vergütung, die über die Semester von etwa 1.340 über 1.400 und 1.500 auf rund 1.560 Euro brutto im Monat steigt. Wie hoch der Betrag konkret ausfällt, hängt vom Tarifvertrag der Klinik, der Region und dem Bundesland ab. Auch hier gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung als Untergrenze. Nach dem Studium liegt der Einstieg je nach Arbeitsort zwischen etwa 3.300 und 4.000 Euro brutto im Monat.

Nach der Ausbildung

Nach dem Studium arbeitest du im Kreißsaal einer Klinik, in einem Geburtshaus oder machst Hausbesuche als freiberufliche Hebamme. Die freiberufliche Tätigkeit gibt dir mehr Selbstständigkeit, bringt aber auch unternehmerische Aufgaben wie Abrechnung und Versicherung mit sich. Mit einem Masterstudium in Hebammenwissenschaft kannst du dich auf Forschung, Lehre oder Qualitätsmanagement spezialisieren, als Praxisanleitung begleitest du wiederum Studierende während ihrer praktischen Einsätze.

Gut zu wissen

Der Beruf verlangt Bereitschaft zu Nacht- und Wochenenddiensten sowie zu Rufbereitschaft, besonders in kleineren Geburtshäusern oder in der Freiberuflichkeit. Da es sich um ein Studium handelt, brauchst du die Hochschulzugangsberechtigung oder eine anerkannte gleichwertige Qualifikation, um dich bewerben zu können. Die Zahl der Studienplätze ist begrenzt, deshalb lohnt sich eine frühzeitige Bewerbung bei den Hochschulen und ihren Kooperationskliniken.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Verantwortungsbewusstsein
  • • Ruhe in Ausnahmesituationen
  • • Empathie
  • • Belastbarkeit

Wichtige Schulfächer

  • • Biologie
  • • Deutsch
  • • Chemie

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Kreißsaal
  • Geburtshaus
  • Hausbesuche

Nach der Ausbildung

  • Freiberufliche Tätigkeit
  • Masterstudium Hebammenwissenschaft
  • Praxisanleitung

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Hebamme?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Hebamme?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 1.340 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.560 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 60.240 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Biologie, Deutsch und Chemie. Mitbringen solltest du vor allem Verantwortungsbewusstsein, Ruhe in Ausnahmesituationen, Empathie und Belastbarkeit.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Freiberufliche Tätigkeit, Masterstudium Hebammenwissenschaft oder Praxisanleitung. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 3.300 und 4.000 Euro brutto im Monat.

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