Handwerk & Gestaltung

Ausbildung als Gold- und Silberschmied/in

Du fertigst Schmuck aus Edelmetallen: entwerfen, sägen, löten, fassen und polieren – Feinarbeit in Millimetern.

Dauer
3,5 Jahre
Vergütung 1. Jahr
750 €
Vergütung 4. Jahr
1.000 €
Abschluss bei
HWK

Das machst du in der Ausbildung

  • Schmuckstücke entwerfen und anfertigen
  • Edelmetalle sägen, feilen und löten
  • Steine fassen und Oberflächen polieren
  • Schmuck reparieren und umarbeiten
  • Kunden beraten und Aufträge kalkulieren

Gehalt im 1. bis 4. Lehrjahr

So viel bekommst du als Gold- und Silberschmied/in während der Ausbildung – brutto im Monat.

1. Lehrjahr 750 € / Monat

entspricht 9.000 € im Jahr

2. Lehrjahr 830 € / Monat

entspricht 9.960 € im Jahr

3. Lehrjahr 930 € / Monat

entspricht 11.160 € im Jahr

4. Lehrjahr 1.000 € / Monat

entspricht 12.000 € im Jahr

Gesamt über die Ausbildung

36.120 €

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

2.300–3.000 €

Für diesen Beruf weist die BIBB-Erhebung zu tariflichen Ausbildungsvergütungen keine eigenen Werte aus – zu wenige Ausbildungsverträge. Die Angaben sind deshalb gerundete Orientierungswerte aus vergleichbaren Berufen desselben Bereichs und können im Einzelfall deutlich abweichen. Es gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

Was macht man als Gold- und Silberschmied/in?

Ein Ring, eine Kette oder Ohrringe entstehen bei dir oft aus einem Entwurf auf Papier, den du in Edelmetall umsetzt. Du sägst, feilst und lötest Gold, Silber oder Platin zu Schmuckstücken und arbeitest dabei häufig mit Werkzeugen, die auf Millimeterarbeit ausgelegt sind. Steine wie Diamanten oder Farbedelsteine fasst du so in die Fassung ein, dass sie sicher sitzen und trotzdem gut zur Geltung kommen, und am Ende polierst du die Oberfläche, bis sie glänzt. Neben Neuanfertigungen reparierst und arbeitest du auch bestehenden Schmuck um, etwa wenn ein Ring enger werden oder ein altes Familienerbstück ein neues Design bekommen soll. Dazu berätst du Kunden zu Wünschen und Budget und kalkulierst, was ein Auftrag kosten wird.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet dual statt, praktisch in der Gold- und Silberschmiede, im Atelier oder im Juweliergeschäft, theoretisch in der Berufsschule. Im ersten Jahr lernst du grundlegende Techniken wie Sägen, Feilen und Löten sowie den Umgang mit den unterschiedlichen Metallen. Im zweiten Jahr kommen erste eigene Schmuckentwürfe und einfache Fasstechniken dazu, im dritten Jahr fertigst du komplexere Stücke und übernimmst mehr Kundengespräche. Das angefangene vierte Jahr dient der Vertiefung und der Vorbereitung auf die gestreckte Abschlussprüfung der Handwerkskammer, der eine Zwischenprüfung vorausgeht.

Passt der Beruf zu dir?

Feinmotorik ist entscheidend, weil du oft mit winzigen Bauteilen und feinsten Werkzeugen arbeitest. Geduld brauchst du, weil ein aufwendiges Schmuckstück viele Arbeitsstunden dauern kann und sich Fehler nicht einfach übermalen lassen. Gestaltungssinn hilft dir bei eigenen Entwürfen, und Genauigkeit ist bei jedem Arbeitsschritt gefragt, vom Sägen bis zum Fassen der Steine.

Was du in der Ausbildung verdienst

Als Orientierung gelten 750 Euro im ersten, 830 Euro im zweiten, 930 Euro im dritten und 1000 Euro im vierten Lehrjahr brutto im Monat. Die tatsächliche Höhe hängt vom Betrieb, der Region und einer möglichen Tarifbindung ab. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung bildet dabei die unterste Grenze.

Nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung liegt der Einstieg meist zwischen 2300 und 3000 Euro brutto im Monat, je nach Betrieb und Region. Viele Gold- und Silberschmiede arbeiten in kleinen, spezialisierten Werkstätten oder Juweliergeschäften weiter. Mit der Meisterprüfung kannst du selbst ausbilden oder dich selbstständig machen, als Gemmologe spezialisierst du dich auf die Bewertung von Edelsteinen, und mit einem Studium im Schmuckdesign gehst du stärker in Richtung Gestaltung und Entwurf.

Gut zu wissen

Der Beruf ist eher ein Nischenhandwerk mit wenigen, aber spezialisierten Ausbildungsbetrieben, deshalb lohnt sich eine frühzeitige Suche nach einem Ausbildungsplatz und im besten Fall ein Praktikum vorab. Wer gerne filigran und konzentriert arbeitet und Interesse an Materialien wie Edelmetallen und Steinen mitbringt, findet hier ein Handwerk mit hoher gestalterischer Freiheit. Weil Werkzeuge und Materialien wie Gold und Silber teuer sind, wird von Anfang an sehr genau und diszipliniert gearbeitet, Übungsstücke fertigst du oft zunächst aus günstigerem Messing.

Bis zur Neuordnung hieß der Beruf Goldschmied/in. Unter dieser Bezeichnung findest du noch ältere Stellenanzeigen, Ratgeber und Erfahrungsberichte – gemeint ist derselbe Beruf.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Feinmotorik
  • • Geduld
  • • Gestaltungssinn
  • • Genauigkeit

Wichtige Schulfächer

  • • Kunst
  • • Chemie
  • • Mathematik

Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben – Betriebe stellen aber unterschiedliche Anforderungen. Wichtiger als die Note ist oft ein Praktikum im Beruf.

Wo du arbeitest

  • Goldschmiede
  • Atelier
  • Juweliergeschäft

Nach der Ausbildung

  • Goldschmiedemeister/in
  • Gemmologe/Gemmologin
  • Studium Schmuckdesign

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung als Gold- und Silberschmied/in?

Die Regelausbildungszeit beträgt 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Was verdient man in der Ausbildung als Gold- und Silberschmied/in?

Im 1. Lehrjahr sind es im Schnitt rund 750 Euro brutto im Monat, im 4. Lehrjahr rund 1.000 Euro. Über die gesamte Ausbildung kommen so etwa 36.120 Euro zusammen.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind Kunst, Chemie und Mathematik. Mitbringen solltest du vor allem Feinmotorik, Geduld, Gestaltungssinn und Genauigkeit.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Typische Wege sind Goldschmiedemeister/in, Gemmologe/Gemmologin oder Studium Schmuckdesign. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.300 und 3.000 Euro brutto im Monat.

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